FETID ZOMBIE - Transmutations

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VÖ: 30.07.2021
Bandinfo: FETID ZOMBIE
Genre: Death Metal
Label: Transcending Obscurity
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Lineup  |  Trackliste

Mark Riddick dürfte wohl den allermeisten, die irgendwas mit untergründigem Death Metal und artverwandten Extremitäten am Hut haben, ein Begriff sein. Der US-Amerikaner verfügt über eine beeindruckende Referenzliste in Sachen Coverartworks, Designs und Logos sowie einen respektablen musikalischen Lebenslauf. Seine Werke zieren Alben und EPs von ENDSEEKER, FLESHGOD APOCALYPSE, LIK, SOUL GRINDER und unzähliger weiterer Bands. Zu seinen eigenen musikalischen Baustellen zählt sein Ein-Mann-Projekt FETID ZOMBIE, das durch den regelmäßigen und ausgiebigen Einsatz von Gastmusikern schon beinahe als eine Art Underground-All-Star-Projekt angesehen werden kann.

"Transmutations", der neueste Streich Riddicks, erschien ursprünglich 2020 auf Kassette und wird nun dieser Tage von FETID ZOMBIEs aktuellem Label Transcending Obscurity neu ausgerollt. Das Besondere an "Transmutations" und am übelriechenden Untoten an sich ist, dass er sich nur ungern und unter Protest in eine bestimmte Schublade pressen lässt. Die Musik ist zwar klar dem Death Metal zuzuordnen, räumt sich jedoch zahlreiche Freiheitsgrade ein und wildert dabei nur allzu gerne in benachbarten und weiter entfernten Genres. Death Metal, Black Metal, Thrash Metal, Heavy Metal, Ambient...alles fließt im Kosmos von FETID ZOMBIE zu einem Kollektiv zusammen und verschmilzt zu einem einzigartigen Ganzen. Daran ändert auch der aktuelle Dreher nichts, doch im Vergleich zu seinem 2016er Vorgänger "Epicedia" wagt sich "Transmutations" tiefer in die Extreme der verlinkten Genres hinein und spielt damit einhergehend mit stärkeren Kontrasten.

So pendelt "Chrysopoeia" behäbig zwischen schleppend-gruseligen Passagen, die dezent an die Horror-Deather HEADS FOR THE DEAD (deren Sänger sich der Zombie passenderweise gleich mit ausgeliehen hat...) erinnern, und oldschooligen, mehrstimmigen Heavy-Metal-Ergüssen, die einen schnurstracks zurück in die Achtziger katapultieren. "Conscious Rot" peitscht in thrashiger, ja beinahe heiterer Manier nach vorne und unterminiert die drohende gute Laune gekonnt mit feinen Tremolo-Riffs in bester BM-Tradition. Manchmal haben die zumeist verschachtelten Stücke auf "Transmutations" mit Längen zu kämpfen, nicht immer findet man sich bei den erheblichen Kontrasten auf den ersten Blick zurecht, doch die eskalierende und häufig mehrstimmige Leadgitarrenarbeit ("Beyond Andromeda", "Deep In The Catacombs") und die gänsehauterregende Stimmung holen einen immer wieder zurück auf den Boden der Tatsachen.

Alles in allem also eine interessante Geschichte. Der olfaktorisch unbequeme Begräbnisverweigerer kocht sein eigenes Süppchen und wirft rein, was ihm gerade in den Sinn kommt. Dass hierbei zwischen Stinkmorcheln und Krötengebein durchaus auch Pampelmusen und Süßkartoffeln auftauchen, mag hier und da verwirren, doch bleibt das Gebräu stets so schwarz und düster wie das Cover, das "Transmutations" ziert. Die Wege des Zombies sind nun mal unergründlich, aber gerade deshalb ist die Sache einen Hörer wert.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (30.07.2021)

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