KAMBRIUM - Synthetic ERA

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VÖ: 09.07.2021
Bandinfo: KAMBRIUM
Genre: Symphonic Metal
Label: Reaper Entertainment Europe
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Lineup  |  Trackliste

Wenn Melodic Epic Metal plötzlich auf das doch eher elektronische Cyberpunk-Universum trifft, kann das gut gehen - muss es aber nicht. Auch KAMBRIUM selbst hatten zuerst Zweifel am Konzept der neuen Platte "Synthetic ERA". Aber sie wollen nicht mehr nur Geschichten erzählen, sondern auch gesellschaftskritisch sein und sich mit der Zukunft auseinandersetzen. Das zeigen sie auch mit ihrer achten Platte. Das ist übrigens das letzte Album mit Drummer Fabien, der am 27. Juni seinen Ausstieg bekannt gegeben hat.

Musikalisch geht es aber etwas in die Vergangenheit von KAMBRIUM, denn die Synthesizer werden wieder ausgepackt und neu gemacht. In den meisten Songs sind die Synthesizer gezielt gesetzt, nicht aufdringlich und untermalen die Tracks. Das ist supergemacht. Beispielsweise in "Creator Of Dreams" gibt es immer wieder einen Wechsel aus Synthi und Metalriffs und dadurch entsteht eine ganz einzigartige Stimmung. Dabei sind die Refrains immer sehr episch, wie in "Ghost Of The Machine", und im typischen KAMBRIUM-Stil.

In "Nature, Error: 404" setzt sich KAMBRIUM gesellschaftskritisch mit dem Umgang der Menschheit mit der Umwelt auseinander und sagt in den Lyrics, die mit Ulli Perhonen von SNOW WHITE BLOOD gesungen werden, beispielsweise: "Nature has left us, we were not worth it." Vor allem im Cyberpunk-Setting ist das Thema Natur ja eher etwas, das nicht mehr wirklich existiert und wirft damit einen düsteren Blick in die Zukunft der Welt.

Die Songs der Platte, die mir am meisten in Gedächtnis geblieben sind, "To The Core", der fast nur aus Synthis besteht und der Titelsong. Dieser ist der längste Song des Albums und hat die meisten Metal-Elemente. Außerdem gibt es dort massig Gitarren-Soli zu hören. Nachdem zum Ende von "Synthetic Era" dann die Welt per Selbstzerstörungsknopf in die Luft gesprengt wird, ist auch der letzte Track "After It All" ein besonderer Song, der weder Synthi noch Metal bietet. Stattdessen sind die Überlebenden am Strand angekommen und werden von zartem Frauengesang geweckt, um einen Neuanfang zu starten. Damit tanzt der "After It All" komplett aus der Reihe. 

 

Fazit:

Wer auch schon immer mal wissen wollte, wie Synthesizer und Metal sich gemischt anhören, ist hier genau richtig (oder bei den rund 4000 Symphonic Power Metal Bands auf diesem Erdenrund - Anm. d. Red.). Allerdings ist mir das Album etwas zu eingängig. Es gibt nicht wirklich viele Überraschungen, die meisten Songs ähneln sich doch sehr. Was ich allerdings cool finde, ist, dass es noch eine extra CD nur mit den Synthi-Aufnahmen gibt. Die würde ich mir vermutlich sogar in diesem Fall eher anhören. Trotzdem finde ich die Idee mit dem Cyberpunk-Setting generell sehr gut und finde es auch wichtig, dass die Band lyrisch und thematisch eher Statements hinterlässt als Geschichten erzählt.

 

 

Der erste Trailer von drei Trailern zum Album:

Musikvideo zu "Cybernetic Overload":

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Sophia Brandt (07.07.2021)

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