MAYHEM - Atavistic Black Disorder / Kommando

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VÖ: 09.07.2021
Bandinfo: MAYHEM
Genre: Black Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste

MAYHEM sind wieder einmal da, diesmal nur auf der Kurzstrecke, dafür aber mit einem interessanten Konzept. Die Band ist generell für ihre Wandlungsfähigkeit bekannt und so wird der Black Metal - Fan auf "Atavistic Disorder / Kommando" anfangs jubeln, dann möglicherweise etwas Kopfschmerzen bekommen und dann... was auch immer. MAYHEM tun sowieso was sie wollen.

2020 tourten MAYHEM noch, um "Daemon" zu supporten bis, eh schon wissen. Entspanntes Herumsitzen und FIFA-spielen war wohl nicht die Beschäftigung ihrer Wahl und so ging es ins Studio. Die ersten drei Songs stammen noch von den "Daemon"-Sessions, wurden dereinst aber nicht veröffentlicht, obzwar die Songs durchaus ihre Momente haben und andere Im-Verschneiten-Wald-Steher zur Verzweiflung bringen würden. Fieser Gesang, guter Gesamtsound. Ach ja, die Drums sind tatsächlich einmal erträglich. Hellhammer hat laut Band diese drei Songs bei den EP-Sessions allerdings so schnell eingespielt, dass noch Zeit für ein Mehr da war. Die drei "Überbleibsel" sind allerdings hochqualitative MAYHEM-Songs mit ordentlichem Sound, viel Abwechslungsreichtum und einem Atilla Csihar der wieder alle Register seines Könnens zieht. 

Ghul, einer der beiden Gitarristen, meinte, dass in MAYHEMs Rehearsal-Kemenate immer gerne mit genrefremden Songs herumgespielt wird und Coverversionen ein währender Begleiter der Band außerhalb ihrer Schwarzmorchel-Hauptbeschäftigung sind. Und diese vier Punksongs zeigen eben die Norweger in ganz anderer Manier, es macht - Obacht! - Spaß, diese räudigen, kurzen Punkeruptionen von MAYHEM interpretiert zur hören. Vor allem "Hellnation" von DISCHARGE ist so ein schöner tritt in die Mandibula, auf das es eine wahre Freude ist. Drei Riffs und passt, dazu in aufmunternder Text wie er wohl kaum in der Karriere der verhaltenselastischen Skandinavier je vorgekommen ist.

"Atavistic Disorder / Kommando" ist kein schnell rausgerotzter Überbrückungsdreher sondern eine wertige Ergänzung in der Discographie. Da kann man gerne zugreifen.

 



Ohne Bewertung
Autor: Christian Wiederwald (02.07.2021)

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