DENNIS DEYOUNG - 26East: Vol 2

Artikel-Bild
VÖ: 11.06.2021
Bandinfo: DENNIS DEYOUNG
Genre: Rock
Label: Frontiers Records
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

Bei "26East: Vol 2" soll es sich nun wirklich um das finale Studio-Album in DENNIS DEYOUNGs langer Karriere handeln. Wenn dem wirklich so sein sollte, dann verabscheidet sich der mittlerweile 74-Jährige mit einem echten Knaller. Bereits der erste Teil (Review hier) konnte bei uns Eindruck schinden und erinnerte mehr als einmal an seelige STYX-Zeiten.

Der zweite Teil setzt auf den ersten Teil sogar fast noch einen drauf. "26East" stellt die Adresse dar, wo der Meister in Roseland, Illinois, aufgewachsen ist und seine ersten musikalischen Gehversuche startete. In der unmittelbaren Nachbarschaft wohnten die Panozza-Zwillinge und der Rest ist Geschichte.

Auch auf "Vol 2" ist mit JIM PETERIK eine weitere Legende musikalisch vertreten, und zwar sowohl beim Songwriting als auch an Gitarre, Bass und Backing-vocals.

"Hello Goodbye" ist wie auch das Cover-Artwork musikalisch wie lyrisch eine Reminiszenz an die BEATLES, auf der ersten Auskopplung "The Last Guitar Hero" ist mit TOM MORELLO ein weiterer Stargast vertreten. Der straighte Rocker mit herrlichen STYX-Chören gehört zu den Highlights des Albums.

                    

Keine DENNIS DEYOUNG-Scheibe funktioniert ohne Balladen (auf vergangenen Werken gab es da oftmals auch zu viele davon). "Your Saving Grace" mit den Gospelchören erinnert ein bisschen zu arg an "The Best Of Times", aber was solls? Stimmlich in dem Alter noch so auf der Höhe zu sein ist schon außergewöhnlich. Der Gute scheint wirklich kaum etwas von seinem Umfang verloren zu haben. 

Dass mit "Proof Of Heaven" ein Stück vertreten ist, das auf auf der letzten JIM PETERIKS WORLD STAGE-Scheibe vertreten ist, haken wir mal als sinnfreie Zweitverwertung eines sehr guten Liedes ab. "Made For Each Other" ist das einzige Stück, welches man eher als Füller bezeichnen kann, eine Nummer aus dem DDY-Standard-Repertoire.

Die zweite Hälfte des Albums ist noch ein gutes Stück stärker. Alles überstrahlt dabei der monumentale Sechsminüter "The Isle Of Misanthrope", bei dem der Meister alle Register des Bombastrocks zieht.

                    

Weitere Highlights sind die AOR-Quarantäne-Hymne "St. Quarantine", die etwas an neuere BON JOVI erninnert, der flotte Rocker "Little Did We Know" (mit schönen BRIAN-MAY-ähnlichen Gitarrenspuren). Die ruhigeren Stücke wie  "There's No Turning Back Time" (entwickelt sich zum Ende hin noch  hart rockend)  und "Always Time" sind auch nicht vor schlechten Eltern, wobei man für Letzeren schon ein bisschen zu viel Zuckerguss verwendet hat. Aber das gehört zu DENNIS DEYOUNG auch dazu.

Mit dem knapp zweiminütigem Outro-Song "Grand Finale" werden nochmals alte STYX-Zitate hervorgeholt ("Come Sail Away"  meets "Grand Illusion") und DENNIS DEYOUNG reitet in seine wohlverdiente Pension. Ob er sich noch einmal in Europa blicken lässt ist leider nicht zu erwarten, aber mit  den beiden "26EAST"-Scheiben hat er zwei monumentale Abschiedsalben geschaffen. Wenn man nicht nur für Hartwurst aufgeschlossen ist und sich auch nicht an den theatralischen, musical-ähnlichen Ausflügen stört, der wird ausgezeichnet unterhalten. Einer der ganz großen Vokalisten und Songwriter, der bei uns leider nie die Anerkennung erfahren hat wie im Amiland. Witzig, dass seine Ex-Combo nur eine Woche später ihren neuesten Langdreher vorstellt. Ear Candy im Doppelpack.

Vier dicke Punkte für "26EAST Vol 2."



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (22.06.2021)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Nordic Union
ANZEIGE