HELLRYDER - The Devil Is A Gambler

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VÖ: 28.05.2021
Bandinfo: HELLRYDER
Genre: Heavy Metal
Label: ROAR Rock of Angels Records
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Lineup  |  Trackliste

Bei HELLRYDER handelt es sich um ein neues Bandprojekt der beiden GRAVE DIGGER-Protagonisten Chris Boltendahl und Axel Ritt, welches gemeinsam mit Bassist Steven Wussow (ORDEN OGAN, ex-DOMAIN, ex-XANDRIA) und Schlagzeuger Timmi Breideband (GREGORIAN, ex-BONFIRE, ex-FREEDOM CALL) auf die Beine gestellt wurde. Also eine durchaus erlesene Auswahl an Musikanten.

Gleich nach dem Start fällt der Sound auf - und zwar nicht wirklich positiv. Was ist denn da passiert? Keine Höhen, die Instrumente kaum voneinander trennbar wahrzunehmen und alles sehr matschig und dumpf. Mir liegt ja nur die Download-Version vor, also ab auf youtube zum vorab ausgekoppelten, nach der Band benannten Titel. Aber offenbar ist mein Download in Ordnung, denn auch dort klingt das Ganze genauso abschreckend. War das wirklich so gewollt? Gegen eine rohe Produktion ist ja nichts zu sagen, aber das hier klingt über weite Strecken einfach nur grauenhaft und verleidet einem die Lust an weiteren Hördurchgängen.

            

Umso trauriger ist das, wenn die Songs an sich gar nicht so verkehrt sind. Viele der zwölf Stücke bewegen sich knapp an der Dreiminutenmarke (einige sogar darunter). Ein bisschen GRAVE DIGGER hier, eine Prise MOTÖRHEAD dort und ein Schuss roher Punk und schon ist die Mischung fertig für den Backofen (in diesem Fall das Presswerk).

Die meisten Lieder gehen voll auf die Zwölf und bieten schnellen, rohen Metal, der aber immer noch Melodie erkennen lässt. Meister Boltendahl klingt hier noch etwas tiefer als auf den Totengräber-Releases, ohne jedoch richtig ins Growlen abzudriften. 

Nach den ersten drei schnellen Nummern gibt es mit dem Titelsong "The Devil Is a Gambler" eine schöne Mitsingnummer, wo man die schwingenden Fäuste im Konzert quasi vor sich sieht.

Die hyperschnelle Nummer "Jekyll & Hyde" kommt bereits nach zweieinhalb Minuten ins Ziel. "Faceless Jesus" ist etwas verschachtelter aufgebaut während "Chainsaw Lilly" auch wieder einer der (fast zu vielen) Speed-Nackenbrecher des Albums darstellt.

Viele Songs ermüden einen jedoch nach öfterem Hören, da sie meist gleich aufgebaut sind. Drum-Intro, dann auf die Zwölf, der (vorsichtig gesagt) wenig variabler Gesang, ein netter Refrain und das wars dann. Es sind keine wirklichen Ausfälle dabei, einzig "Passion Maker" sowie der Bonustrack "I Don't Wanna Die" laufen einem nicht so wirklich rein. Andererseits gibt es aber auch keine Ausreißer nach oben.

Die CD ist nach vierzig Minuten beendet und hinterlässt dann doch nicht die pure Begeisterung. Sicherlich nicht schlecht, aber wäre die Band nun als "echter" Newcomer zu beurteilen ohne Kenntnis der prominenten Besetzung, so käme man zu dem Schluss, dass man es hier mit einem durchschnittlichen Produkt mit schlechtem Sound zu tun hat. Nachdem wir hier aber nicht nach Namedropping sondern dem musikalischen Endresultat beurteilen, entspricht die vorgenannte Einschätzung auch meinem finalen Urteil. GRAVE DIGGER und Boltendahl-Fans werden durchaus angetan sein. Mich haut "The Devil Is A Gambler" jedoch nicht aus den Socken, sodass drei Punkte einer angemessenen Bewertung entsprechen.

Glaubt man den Infos, so wollen HELLRYDER in der Nach-Pandemiezeit (wann immer das auch sein wird) auch live auftreten. Warten wir es ab!

                  

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (28.05.2021)

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