THE FEELGOOD MCLOUDS - Saints & Sinners

Artikel-Bild
VÖ: 12.03.2021
Bandinfo: THE FEELGOOD MCLOUDS
Genre: Punk Rock
Label: Wolverine Records
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

Wenn es dieser Tage schon wenig zu lachen gibt, der Konzert- und Geselligkeitsentzug am inneren Seelenfrieden nagt und auch sonst alle Zeichen auf Sturztrunk stehen, dann kann man dem Ruf der geschundenen Leber wenigstens mit der richtigen Hintergrundbeschallung folgen. Und wie geht das besser als mit einer zünftigen Ladung Celtic Punk? Zu gut, dass THE FEELGOOD MCLOUDS in diesen Zeiten nicht müde werden und ihr letztjähriges Album "Life On A Ferris Wheel" mit einer jungfräulichen EP flankieren.

"Saints & Sinners" liefert vier neue Tracks und die Neuvertonung eines älteren Stücks - und scheint wie sein langlaufender Vorgänger die wundersame Eigenschaft zu haben, das Stimmungsbarometer zu Lasten der Fahrtüchtigkeit in die Höhe schnellen zu lassen. Viel hat sich dabei ohrenscheinlich nicht geändert, doch die vergleichsweise kleine Auswahl der Songs hört sich wie ein Querschnitt durch alle Disziplinen des Folk-Rock-schwangeren Punkrock und sammelt gerade aufgrund seines Abwechslungsreichtums Pluspunkte ein. "Dirty Bastards" eröffnet - wie sollte es anders sein - in bester DROPKICK MURPHYS-Manier und hat alles, was man sich von seinem Genre wünscht: tanzbare Rhythmen, solide Gangshouts und jede Menge durstige Hooklines.

Frisch angeheizt geht es gleich und ohne Umschweife weiter mit "Tales Of Snotty Nosed Sam" - dem wahrscheinlich ersten Rock'n'Roll-Song mit Banjo und Schifferklavier seit den unveröffentlichten Hafenkneipen-Eskapaden von Angry Anderson und Brian Setzer [rechtskräftiges Dementi des Verfassers: Letzteres ist frei erfunden!]. Ob hier einer der beiden Klampfen-Bennys einen zugegebenermaßen lässigen Fetisch auslebt, sei mal dahingestellt... aber diese Nummer hat's einfach drauf. "The Ballad Of Sally & Sam" schlägt, wie der Titel vermuten lässt, gediegen-schunkelfreudige Töne an und geizt dabei nicht mit einer ordentlichen Portion siffigem Kneipenfeeling (und das funktioniert sowohl am heimischen Kellertresen als auch am Küchentisch oder in der Badewanne). Und nachdem der Titelsong wieder einen flotten Ska-Rhythmus an den Tag legt, zerrt einen die als "Dirty Pub Version" neu eingespielte Version von "Cheerio" (im Original vom ersten Album "The Feelgood McLouds") wieder flotten Fußes zurück ins nächste Irish Pub.

Dass man indes zu allen Tracks der EP was zu verzapfen hat, spricht weiter für sich. Mit stilistischer Bandbreite auf knackige siebzehn Minuten komprimiert, bietet "Saints & Sinners" keine Patzer, Längen oder sonstige Hemmschuhe, die gegen ein ausgelassenes, feuchtfröhliches Intermezzo (im Videochat) sprechen. Die Übung und das Auslassen unnötiger Pausen tat den Saarländern offensichtlich gut - und wenn es ihnen gelingt, den ungebrochenen Stimmungs-Hattrick dieser EP auf ihren nächsten Langspieler auszudehnen, dann muss ich mit dieser Truppe ernsthaft einen trinken gehen. Und am besten wärme ich mich dazu gleich mal auf... Cheerio!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (09.03.2021)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE