ALICE COOPER - Detroit Stories

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VÖ: 26.02.2021
Bandinfo: ALICE COOPER
Genre: Hard Rock
Label: earMusic
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Lineup  |  Trackliste

73 Jahre und kein bisschen leise – das ist ALICE COOPER 2021. Kaum zu glauben, aber das Detroiter enfant terrible hat schon wieder ein Album unterwegs. Diesmal ist es eine Hommage an seine Heimatstadt Detroit und hat den schönen Titel „Detroit Stories“.

Alice packte auf das neue Album 15 interessante und für ihn typische Songs, die von Durchhören zu Durchhören immer besser werden. Die Stücke klingen nach seiner alten Zeit und sind in ihrer musikalischen Fassung roher und ursprünglicher, als so mancher geschönte und geschliffene Song, der in den letzten Jahren von ihm auf den Markt kam.

Die Hintergründe bzw. warum „Detroit Stories“

In der amerikanischen Autostadt Detroit war sowohl der Start des Hardrock als auch der Start von Alice als Rock-Musiker. Detroit war vor 50 Jahren genau der richtige Ort, um einem jungen Vincent Damon Furnier als nicht angepassten, mit dunklen Augenringen geschminkten Sänger, der mit verrückter Bühnenshow agierte, auf die Sprünge und zu ersten Erfolgen zu verhelfen. Nach so vielen Jahren ist nun für ALICE COOPER der Zeitpunkt gekommen, die damalige Rock-Hochburg zu ehren und ihr ein Album zu widmen, das mit seinen knackigen, ursprünglichen Hardrock Songs vielen jungen Bands zeigt, wo „der Bartel den Most holt“, wie wir Oberösterreicher gern zu sagen pflegen.

Mit seiner aktuellen Band, mit der er seit Jahren zusammen ist, gelingt es ihm hervorragend, den Sound von damals und der alten ALICE COOPER Band einzufangen. Sehr oft wird man an die Zeit erinnert, als er „Billion Dollar Babies“  veröffentlicht hat, das neue Album ist ähnlich. Schaut man das Video zu „Social Debris“ an, ist man verblüfft. Es klingt wie damals, es ist bissig und nicht angepasst, und Alice singt und sieht aus wie damals. Der Mann schafft es, dass 50 Jahre einfach spurlos an ihm und seiner Musik vorbeigehen, und er und seine Musik trotz dieser langen Zeit überhaupt nicht alt wirken – das schaffe mal einer!

 

Trotzdem ist das Album variantenreich

Da gibt es mal den Opener „Rock’n’Roll“, der groovig und leicht bluesig ist, mit der Begleitung einer 70er Orgel und als Kontrapunkt den gospeligen Damenchor beim Refrain liefert.

Das easy lockere Flower-Power-Stück „Our Love Will Change The World“, das Love-Peace&Happiness Feeling verbreitet und gar nicht nach dem düsteren Alice Cooper klingt, den man sonst oft hört. Ähnlich ergeht es mir auch beim funky groovigen shooby-doo-song „$1000 High Heel Shoes“, wo einerseits der bluesige Chor und die Orgel auffallen, andererseits der Saxofon-Bigband-Sound einem vor Überraschung die Augen aufreißen lässt. Das ist überraschend, das ist nicht Hardrock, das klingt nicht nach Alice und seinen bekannten Stücken, aber es groovt gewaltig!

Rockiger wird es mit „Hail Mary“, härter mit „Detroit City 2021“, das mit den kräftigen Riffs und knackigen Bass- und Schlagzeug-Rhythmen zum Mitgrölen einlädt.

Hammer Blues-Rock, der unter die Haut geht: „Drunk And In Love“. Da hat man Lust, sich entsprechend dazu über seinen Partner zu räkeln. Ganz typisch für Blues-Rock sind die Mundharmonika-Parts, die Harmonien und Alice Stimme, die wie alter, reifer Whisky runter geht, nämlich wie Öl. Dieser Song is mein persönlicher Favorit auf diesem Album.

Als weiteres Highlight empfinde ich „Shut Up And Rock“, wo sowohl Lyrics („halt die Klappe und rocke!“) als auch die musikalische Umsetzung den Zeitgeist widerspiegelt, wo man sich leider zu oft bei anderen Sachen verzettelt.

ALICE COOPER spielen mit Gegensätzen und verschiedenen Genres des Rock, egal ob es nun Rock’n’Roll ist, wie bei „Independence Dave“, aggressiver Rock wie bei „I Hate You“, die bluesig-psychedelische Note von „Wondeful World“ oder das nachdenkliche, emotional beladene „Don’t Give Up“, bei dem Alice zuerst über das Leben erzählt, bevor er zu singen beginnt und wummernde Bässe und Keyboards an die 80er erinnern – Alice hat einfach alles drauf, und lässt es nie fad werden.

„Detroit Stories“ ist ein rockiges und bluesiges Album geworden, auf dem Alice Cooper zeigt, dass er es noch immer kann. Begleitet von erstklassigen Musikern führt er durch mehrere Genres und Jahrzehnte. Ein geniales Album, das man als ALICE COOPER Fan haben muss.

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (10.03.2021)

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