GATE TO INFINITY - Levaturium

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VÖ: 24.12.2020
Bandinfo: GATE TO INFINITY
Genre: Progressive Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Ja schau an, zwei Jahre nachdem wir GATE TO INFINITYs Konzeptplatte „The Storm“ in der Reihe „Underground von Unten“ vorstellten, werden die Vorarlberger Symphonic-Progger mit neuem Material vorstellig. Unter dem Titel „Levaturium“ haben sich insgesamt fünf neue Titel versammelt, die nun um die Gunst der Hörer buhlen.

Das für ihr etwas zielloses Debüt noch ordentlich abgeklopfte Trio, dessen kreatives Herz die beiden Hämmerle-Brüder darstellen, hat sich die damalige Kritik augenscheinlich sehr zu Herzen genommen. Man hat darauf geachtet, dass sich die orchestralen Arrangements und Gitarren nicht mehr zu sehr in die Quere kommen und auch das Songwriting gestaltet sich entschlackter und auf den Punkt gebracht, was in deutlich stringenteren Songs mündet, die, mit feiner progressiver Klinge ausgearbeitet, tatsächlich ein paar Glanzlichter setzen können.

Gleich mit dem Opener „How You Dare“ hat man einen Ohrwurm mit intensiver Bridge und schönen Tempovariationen geklöppelt, der von unaufdringlicher Symphonik getragen wird, die sich an den richtigen Stellen in den Vordergrund arbeitet. Einzig die etwas rauere Klangfarbe von Sänger Gabriel, der sich souverän über die treibenden Klänge erhebt und auch in den höheren Passagen sattelfest agiert, wirkt auf den ersten Blick ein klein wenig aus dem stilistischen Rahmen fallend – gibt der Platte aber gerade dadurch eine höchst willkommene, eigenständige Note.

Etwas verspielter zeigt sich das folgende „Wisdom Will Arise“, welches mit epischen und äußerst variantenreichen Strukturen lockt und seine Sache dabei äußerst gut macht. Im tempotechnisch zunächst etwas dezenter angelegten „Stardust Falling“ gibt es satten Groove auf die Ohren, der partiell gar in gurgelnde Stoner/Doom-Gefilde abdriftet, während der Hörer mit polyrhythmischen Elementen gefordert wird. „Rise And Shine“ kommt in stampfender KAMELOT-Manier einher, wo satt bratende Gitarren zu dramatischen Orchester-Parts kombiniert werden, und im Refrain hauen GATE TO INFINITY trotz kleiner Disharmonien in den ersten beiden Verszeilen noch einmal einen veritablen Ohrwurm raus.

Der abschließende Titeltrack „Levaturium“ zeigt dann ein weiteres Mal die Elemente, die bereits auf dem Vorgänger positiv aufgefallen waren und die sich an die heimischen Genre-Granden EDENBRIDGE anlehnen – präsente und unaufdringliche symphonische Elemente, abwechslungsreiche Gesangslinien und ein paar stimmige progressive Wendungen, die dem Titel an passenden Stellen Spannung geben.

Was auf „The Storm“ noch ein wenig ziellos und ungelenk wirkte, wird auf „Levaturium“ in geordnete Bahnen gelenkt, womit sich unterm Strich eine mehr als deutliche Verbesserung zeigt. Der neue Output von GATE TO INFINITY ist vielleicht in der Anzahl seiner Songs durchaus übersichtlich, doch dafür gibt es auch kein Füllmaterial zu hören – im Gegenteil, haben die Vorarlberger hier eine schöne Balance zwischen gefällig-progressiven Songs mit Ohrwurmcharakter und komplexen Gedankennüssen kreiert, die den Hörer abzuholen weiß. Von der Spitzenliga ist man naturgemäß noch ein Stückchen entfernt, aber „Levaturium“ macht schon richtig Spaß!

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (20.02.2021)

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