SNOW WHITE BLOOD - Hope Springs Eternal

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VÖ: 13.11.2020
Bandinfo: SNOW WHITE BLOOD
Genre: Symphonic Metal
Label: 7hard
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Lineup  |  Trackliste

Wer das Computerspiel King´s Bounty (Armoured Princess) kennt, wird zu Beginn der Platte von SNOW WHITE BLOOD musikalisch genau daran erinnert. Als Ritter, Zauberer oder Paladin, wie lautet eigentlich die feminine Form von Paladin (Anmerk. d. Red.: es gibt keine weibliche Form) , ähm, offenbart sich eine märchenhafte Welt, in der alles seinen Platz hat, in der das Gute das Böse bekämpft und schlussendlich siegreich das güldene Banner gen Himmel streckt.

Es dauerte mehr als vier Jahre um den Duktus von „Once Upon a Fairytale“ bis zu „Hope Spring Eternal“ zu spinnen, so der Titel des acht Lieder umfassenden Longplayers. Hier werden Symphonic Metal einerseits und altbekannte Märchen des Abendlandes bzw. einmal des Morgenlandes verquickt, nicht jedoch in der Hard-Core-Form, in der etwa Grimm’sche Märchen ursprünglich angelegt waren, bevor sie von den Brüdern Grimm herausgegeben wurden.

Liebhaber dieser Form des Schwermetalls werden sich sofort gut aufgehoben fühlen. Wohlig schmiegen sich die Klänge an das Innenohr, wobei der Gesang von Ulli Perhonen zarte Bande knüpft, die unerhörte Höhen erklimmt. Abgleiten in verschnörkelten Firlefanz ist hier kaum aufzuspüren. Das Metrum schlägt beständig seinen Takt und das meistenteils in 8/4 bzw. 4/4 Takten.

„Shared Hearts“: Die Geschichte von Schneeweißen und Rosenrot, Schwestern die eng miteinander verbunden sind, sie teilen ihre Sorgen, ihre Ängste, wird hier durch zwei Sängerinnen nämlich Ulli Perhonen und Lilly Seth erzählt, die Stimmen ergänzt sich wahrhaftig, eine gute Idee.

„Longing For The Sea“: Die kleine Meerjungfrau, kriegt am Ende nicht den Prinzen - sie leben in zwei verschiedenen Aggregatzuständen, der Drang zurück zum Ursprung, zurück zum Meer ist stärker als alles Wollen.

„Drop A Stitch“: Goldmarie ist am Wort, die sanften Töne spiegeln ihren Charakter wider, wobei es bei Pechmarie etwas härter zu Gange geht. Und die Moral von der Geschichte: Frau Holle legt moralische Werte fest, jedoch der letzte Satz: „One day, the world will change.“ Brave Mädchen kommen in den Himmel, böse überallhin.

„Never-Ending Walz“: Eine balladeske Nummer, die aus der Sicht des Prinzen, erzählt wird, für den Aschenputtel nicht existiert. Er ist auf der Suche nach seiner Prinzessin. Der gläserne Schuh wird ihn zu ihr führen und dann wird der Walzer nicht mehr enden. „Nevermore“.

„You Belong To Me“: Ulli Perhonen und Danny Meyer ergänzen einander sehr harmonisch. Der Chor setzt ein, die Worte „You belong to me“ werden beschwörend wiederholt. Bei dieser musikalischen Darbietung darf nicht vergessen werden, dass ein Bruch durch diese Geschichte verläuft. „They lived happily every after“, ja, hier klingt die Geschichte eines Missbrauchs an.

 

 

„The Court Jester“: Nichts ist, wie es scheint, der Hofnarr bürgt jedenfalls dafür, Vernunft einkehren zu lassen.

„Rising Of The Sun“: Rapunzel harrt ihrer Erlösung. Eine ansprechende Power-Metal-Nummer unterbrochen von einer Bridge, in der sich Rapunzel, begleitet durch zarte Klavierklänge, ihrer Erlösung wähnt.

„Falling Stars“: Das Sterntalermädchen gibt ihr letztes Brot dem hungernden Bettler, ihre warme Kleidung frierenden Kindern in kalter Winternacht und als sie selbst gar nichts mehr besitzt, beginnt der Himmel zu weinen, goldene Tränen fallen ihr in den Schoß.

Fazit: Ob der guten Ideen ein gelungenes Album, hierfür gibt es ein Zusatzsternchen ins Hausübungsheft und zwar in Gold, die Musik eingängig, gleichermaßen angepasst, der Gesang, wie für Symphonic Metal erwartbar gut, eine runde Sache. 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Richard Kölldorfer (17.02.2021)

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