JADED HEART - Stand Your Ground

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VÖ: 27.11.2020
Bandinfo: JADED HEART
Genre: Hard Rock
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

Das neue Werk von JADED HEART wurde mit den Worten "zum ersten Mal ohne Keyboard" promoted und ich wusste ehrlich gesagt nicht, was genau mir das mit auf den Weg geben sollte. Mehr Härte? Oder genauso viele melodische Aspekte trotz dieses Umstandes? Grübeln nützt nix, also reingehört und ein Bild davon gemacht. "Stand Your Ground" wurde in Sachen Artwork mit einem Gladiator Thema ausgestattet und die Idee dazu stammt vom Designer höchstpersönlich: Thomas Ewerhard. Also haben JADED HEART für den Titeltrack genau dieses Thema lyrisch aufgegriffen. Was das letztlich mit dem Sound der neuen Platte macht? Lest selbst.

Nach dem kurzen Intermezzo mit dem Intro "Inception" geht's nahtlos über in den Titeltrack der Scheibe, der ein sehr kerniges Soundkonstrukt offenbart. Vor allem die Bass-Lines zeigen viel Präsenz und geben dem Ganzen ein neues Gesicht. Ansonsten bleiben die obligatorischen Aspekte auch ohne Keyboards bestehen. Johans Vocals werden durch Peters Backing Vocals supported und man bewegt sich irgendwo zwischen bodenständigem Hard-Rock mit melodischem Einschlag und Power Metal mit Eiern. Die große Ankündigung "erstmals ohne Keyboards eingespielt" hinterlässt also nicht wirklich den Eindruck, dass hier was völlig Neues und bahnbrechendes entstanden wäre. Sie sind einfach nur kein Teil mehr von der Musik, doch verändert hat das irgendwie so gar nichts. Man könnte höchstens meinen, dass der Fokus auf Gitarren und Bass dadurch verstärkt wurde, aber die Songs als solche bleiben dem Rezept der vergangenen 10-15 Jahre treu. Das verdeutlicht auch der midtempo Banger "One Last Time", dem in meinen Ohren ein wenig die Inspiration fehlt, um sich nachhaltig durchzusetzen. "Reap What You Sow" fällt vor allem mit seinem Double Bass Geballer ins Auge, wovon JADED HEART in dieser Form eher selten Gebrauch machen. Schade, dass die Jungs das Tempo nicht mit in die Hook genommen haben, die durchaus Ohrwurmpotenzial bietet. "Kill Your Masters" klingt fast schon bitterböse für die Verhältnisse von JADED HEART, aber ehrlich gesagt fehlt es den Songs ein wenig an eigenständigem Charakter und da machen sich die fehlenden Keyboards dann doch ein wenig bemerkbar. Wenn ich an virtuose Keyboard-Soli denke, die vor allem meinen Favoriten aus der Diskografie, "Perfect Insanity", so einzigartig gemacht haben, dann ist das durchaus ein Merkmal, das dieser Scheibe hier leider abgeht. Es fehlt an Ecken und Kanten, es wirkt alles ein wenig zu gleichförmig. Die Songs sind allesamt eine sichere Bank, aber einen Weg darüber hinaus finden sie eben auch nicht. Der einzige Song, der sich bei mir wirklich festsetzen konnte, ist "Break Free". Hier ist den Jungs schlichtweg ein Ohrwurm gelungen, der dem Hörer gar keine andere Wahl lässt. Zwar passiert hier gerade in Sachen Tempowechsel nicht viel und man versteift sich stark aufs mittlere Tempo, doch gerade in der Hook hat man eine schöne Mischung aus kernig und hymnisch gefunden.

Ansonsten bleibt "Stand Your Ground" zumindest hinter meinen Erwartungen zurück. Man kann dem Album ohne weiteres den Stempel "solide" aufdrücken, aber ist das zufriedenstellend, wenn man schon so lange im Geschäft ist? Mehr Wagnis, mehr Experimente wären es, die ich mir für die Zukunft wünschen würde. Ein Element wie Keyboards einfach wegzulassen, macht noch keine innovative Platte aus, die sich von anderen abzuheben weiß. Sicherlich kann ich das Album ohne Pause gut durchhören, aber jetzt einige Wochen nach Release besteht zum Beispiel in keinster Weise der Bedarf, "Stand Your Ground" nochmal anzuwerfen, weil es andere Genrevertreter einfach besser machen. 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Sonata (03.02.2021)

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