HARAKIRI FOR THE SKY - Mӕre

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VÖ: 29.01.2021
Bandinfo: HARAKIRI FOR THE SKY
Genre: Post-Metal
Label: AOP Records
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Lineup  |  Trackliste

Seit 2012 versorgt das (ein Jahr zuvor gegründete) Salzburger Duo M. S. / J. J. die Hörerschaft im Zwei-Jahres-Rhythmus regelmäßig mit durch die Bank hochwertigen Veröffentlichungen aus dem (post)blackmetallischen Kosmos von HARAIKIRI FOR THE SKY. Mit "Mӕre" ist man nunmehr bei Album Nummer Fünf angekommen. Und der Umfang der aktuellen Langrille ist noch mal etwas ausufernder geworden, als beim Vorgänger "Arson" (76:36 min). HFTS präsentieren auf "Mӕre" 10 Songs mit einer Gesamtspielzeit von sage und schreibe knapp 85 Minuten!

Quantitativ gibt es also schon mal nix zu meckern. Anderthalb Stunden Musik am Stück dürften alle Fan-Herzen höherschlagen lassen. Doch wie ist es um die Qualität bestellt?

"Mӕre" setzt den Weg von "Arson" unbeirrt fort - die wesentlich klarere und druckvollere Produktion verändert den Sound der Gitarren deutlich. Weg von der Rau- und Rohheit der frühen Tage, hin zu einem wesentlich differenzierten detailreicheren Klang. Ansonsten bestehen die Grundpfeiler der Musik von HARAKIRI FOR THE SKY nach wie vor aus Schmerz/Wut/Verzweiflung, Melancholie und verträumt-zarter Leichtigkeit, untersetzt von diesen einzigartigen, immer wieder schier unglaublichen Melodien. Dazu J. J.s Gesang (der mich auf dem aktuellen Output hin und wieder an das Organ von AGRYPNIEs Fronter Torsten erinnert), von dem das instrumentale Gerüst zusammengehalten wird und der die einzelnen Stücke zu turmhohen, urgewaltigen Klanggebilden emporwachsen lässt.

Die Unterschiede zum letzten Album halten sich auf "Mӕre" in Grenzen. Aber wie sollte das auch anders sein, wenn man den Nachfolger zu einem Ausnahmealbum erarbeitet und dabei den eigenen Stil und somit die eigene Identität nicht komplett aufgeben möchte, indem man sich in eine völlig andere Richtung bewegt? "Mӕre" ähnelt dem Vorgänger in Klang und Ausführung, doch die aktuelle Scheibe ist definitiv nicht "Arson" reloaded. Dafür gehen die zehn Tracks dann doch zu sehr ihren eigenen Weg. Und der ist trotz der ausufernden Gesamtspielzeit und Songlängen zwischen sieben und elf Minuten (der Albumcloser macht hier die Ausnahme) keinesfalls ausgetreten und gradlinig.

Angefangen bei den beiden albumeröffnenden Meisterwerken "I, Pallbearer" und "Sing For The Damage We've Done" bietet jedes Stück bis hin zu dem wirklich hervorragend in den HARAKIRI FOR THE SKY Kosmos implementierten PLACEBO Cover "Song To Say Goodbye" einen exzellenten Spannungsbogen und Details und Facetten en Masse. Langweilig sollte beim Hören von "Mӕre" also wirklich niemandem werden.

HFTS haben auf dem aktuellen Longplayer einmal mehr die perfekte Mischung aus wütenden Blastbeats und zerbrechlichen Akustikpassagen, aus aggressiv sägenden Gitarren und federleicht dahin schwebenden Melodien gefunden. Mal treibend und kraftvoll, mal kaum mehr als ein Hauch herzzerreißender Melancholie.  

 

Fazit:

 

Natürlich muß "Mӕre" sich mit dem großartigen Vorgänger messen, doch die nunmehr fünfte Full Length Veröffentlichung von HARAKIRI FOR THE SKY verliert keinen Millimeter gegen "Arson". Beide Scheiben stehen definitiv auf Augenhöhe, was von der konstant hohen songwriterischen und umsetzungstechnischen Qualität des österreichischen Duos zeugt. Und so starten HARAIKI FOR THE SKY mit absolut gerechtfertigten 4,5 Punkten in das zehnte Jahr ihres Bestehens. Besser kann ein Jubiläum eigentlich nicht beginnen.

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (01.02.2021)

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