VANENO - Struggle Through Absurdity

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VÖ: 27.11.2020
Bandinfo: VANENO
Genre: Sludge Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Fünf junge Portugiesen aus der Hauptstadt Lissabon gründen die Sludge/Stoner/Doom Band VANENO. Sie produzieren kurzerhand selbst ein Mini-Album mit dem Titel "Struggle Through Absurdity" und man fragt sich vielleicht nicht automatisch, warum eine Plattenfirma nicht schon angebissen hat, aber man wünscht ihnen schnell, dass es dann doch demnächst zu einem Vertragsabschluss kommt. Selbstverständlich sind da draußen tausende sehr guter bis hervorragender und vereinzelt genialer Bands, aber zum einen muss es auch einen größeren Markt für sie geben und zum anderen auch mehr als eine geeignete Plattenfirma.

VANENO erfinden kein neues Genre, stellen mit ihrem musikalischen Erzeugnis die Welt nicht auf den Kopf, aber sie kommen aus einem vergleichsweise noch exotischen Land und spielen populäre harte Musik so sauber, dass gar kein großer Feinschliff seitens Imageberater und Produzent nötig ist. Dass sie im richtigen Alter sind und das Feuer in ihnen brennt, hört man beim ersten Durchlauf und mit ebendieser Messtechnik lässt sich erkennen, dass sie auch eine gewisse Reife erlangt haben müssen, denn sonst wäre ihr Produkt nicht so kompakt und stimmig ausgefallen. Für solche Sachen existiert schon länger ein größerer Markt und auf diesen Bereich spezialisierte Plattenfirmen ebenso. "Struggle Through Absurdity" ist kein Nischenprodukt, das sein Dasein im Schatten fristen sollte.

Das Mini-Album enthält zwar nur vier schnittige Nummern mit jeweils einer Laufzeit von etwa 4:00 bis 5:40 Minuten, aber dafür verharrt keine einzige furztrocken in ihrer eigenen Sicherheitszone. Der Sound der Portugiesen bietet verschiedenen Interessengruppen und Feinschmeckern ein warmes Plätzchen zum Verharren. Da kann schon mal ein Hardcore-Fan sein Zelt aufschlagen und mit dem Stoner Rocker ein Bierchen kippen (Der Doomer hängt eh mit jedem ab, den müssen wir nicht extra erwähnen). "Glorybringer" startet mit einem positiven Vibe, egal welche Intention wirklich dahinter stecken sollte, bewegt sein Gewicht ziemlich rapide nach vorn und endet mit Dudelsack-artigen Sounds. "Deceiver" ist eine dieser Nummern, die sich anfühlt, als wäre man auf einem Hinterhof in der Bronx an einen Stuhl gefesselt und irgendein verschwitzter Psycho würde einem stundenlang macheteschwingend Hassreden halten, über seine gescheiterte Ehe und er wüsste nicht, wem er es sonst erzählen sollte und man sei zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen: Ihr wisst, wovon ich spreche. "Ad Nauseum" unterhält trotz gedrosseltem Tempo gut, aber beinhaltet ein erfrischendes Oldschool-Solo mit Wiedererkennungswert. Schöne Ergänzung zu den durchgängig fetten Gitarren und dem herausstechenden Schlagzeug. "Nightrider" macht alle Freunde des echten Kinos, des einzig wahren Kinos, als Blockbuster Kunst waren, eine Freude! Es ertönt ein Sprachsample: "I am the Nightrider! I'm a fuel injected suicide machine! I am the rocker, I am the roller, I am the out-of-controller!" - Vincent Gils berühmte Rede als Nightstalker im 1979er Mad Max Kultfilm! Aber damit nicht genug - Es ist nicht nur ein eingefügtes Sample, das in der Leere verläuft, sondern VANENO widmen dem fiktiven Charakter tatsächlich ein ganzes Lied - und dieses passt zum Film wie die Säge ans Handgelenk. Flott und dreckig, mit zum Schmunzeln anregenden Lyrics. Dazu Alexandre Fernandes´ raue Stimme, die auch den anderen Songs grandios stand. Bester Abschluss!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Daniel Hadrovic (26.02.2021)

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