FIT FOR A KING - The Path

Artikel-Bild
VÖ: 18.09.2020
Bandinfo: FIT FOR A KING
Genre: Metalcore
Label: Solid State Records
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

2020 - Nachschlag Teil 1:

Seit 2007 treibt die christliche Metalcore Formation FIT FOR A KING aus Texas nun schon ihr "Unwesen" in der Szene, flog lange Zeit allerdings eher unterhalb des Radars. Erst mit der vorletzten Veröffentlichung "Deathgrip" (2016) und vor allem der Vorgänger-Scheibe "Dark Skies" schafften FFAK es, eine breitere Öffentlichkeit für ihre Musik zu erreichen. Und "The Path" ist nun der konsequente nächste Schritt auf dem Weg nach oben.

Kreierten FIT FOR A KING in der Vergangenheit stilistisch eine Mischung aus Metalcore mit Scream und Clear Vocals und (mehr oder weniger) sperrig-brutalem Deathcore, so sind die fünf Herren auf dem aktuellen Longplayer eine ganze Ecke eingängiger geworden. Man erfindet zwar das Metalcore-Fahrrad definitiv nicht neu - innerhalb der Genrekonventionen agieren FIT FOR A KING allerdings absolut erstklassig und bieten dem Hörer einen Zitatenschatz, dessen Fingerzeige einem immer wieder die Freudentränen in die Augen bzw. ein seliges Grinsen ins Gesicht zaubern, so dass "The Path" sich ohne Abstriche in die Liste der großartigen Veröffentlichungen des letzten Jahres einreiht (HEAVEN SHALL BURN, BURY TOMORROW, IF I WERE YOU, WE BLAME THE EMPIRE, GHØSTKID...)

 

 

Nach einer 45-sekündigen Einleitung eröffnet der Opener "The Face Of Hate" mit einem Hammer-Riff und entwickelt sich zu einer schmissig-mitreißenden, Melodeath-lastigen Hymne in AS I LAY DYING / HSB Manier, jedoch nur um direkt im Anschluss in den ersten Album-Höhepunkt zu münden, den catchy voran galoppierenden Gute-Laune-Hit, "Breaking The Mirror", der immer wieder durch aggressiv stampfende Parts aufgebrochen wird.

Die relativ hohe Anzahl an sperrig-bösartigen Wutklumpen der beiden Vorgänger-Scheiben wurde auf "The Path" drastisch zurückgefahren. Dies liegt allerdings zweifelsohne an dem lyrischen Konzept des neuen Albums. Markierte "Dark Skies" laut Aussage der Band "...den Höhepunkt der Hoffnungslosigkeit...", so zeigt "The Path" den Ausweg aus der Hölle, was sich textlich im Titeltrack manifestiert ("...We Find The Path Out Of Hell..."), der auch auf der letzten PARKWAY DRIVE Scheibe eine exzellente Figur gemacht hätte und sich musikalisch dahingehend äußert, dass der aktuelle Release eben nicht mehr so düster ist, wie die letzten beiden Platten.

 

 

Auch das großartige "Prophet" ist größtenteils verträumt und verspielt, mit nur gelegentlichen härteren Ausbrüchen. Und wird umgehend getoppt vom zweiten Überhit der Scheibe "Locked (In My Head)", der mit höchster Eingängigkeit, groovy Rhythmus und einem sich direkt in den Gehörgängen festbeißenden Chorus glänzt.

 

 

Doch natürlich ist "The Path" deshalb keineswegs weichgespült. Eine gesunde Härte wohnt allen bislang genannten Tracks inne. Und mit dem absolut krassen Kontrapunkt "God Of Fire" (mit Sicherheit einer der härtesten FIT FOR A KING Tracks ever!) läuten die Texaner das doch recht deutliche Kontrastprogramm zu den ersten beiden Album-Dritteln ein. "God Of Fire" ist deathcorelastig ohne Ende, brutal und aggressiv, von synthetischer Kälte. Dies, sowie erstklassige Breakdowns und wütende Shouts machen den Song zu einem brachialen Hass-Monster, das komplett aus der bisherigen positiven Grundstimmung des Albums ausbricht. Und ohne den Hörer auch nur eine Sekunde des Atemholen zu gönnen, schlägt "Stockholm" direkt im Anschluss in exakt die gleiche Kerbe.

Erst "Louder Voice" bietet wieder die Möglichkeit zum Runterkommen und außerdem klaren Gesang zum Niederknien. Im Album-Closer "Vendetta" geht es dann noch mal mit etwas mehr Schmackes zur Sache. Das Stück zündet nicht im ersten Durchlauf, ist aber ein Grower, der mit jedem erneuten Anhören an Größe gewinnt und sich irgendwann als perfekt gewählter Schlusspunkt für das Album entpuppt.

Fazit:  FIT FOR A KING haben mit ihren letzten Veröffentlichungen bereits gut vorgelegt, machen aber mit "The Path" noch mal einen deutlichen, unüberhörbaren Sprung nach vorn. Ja, man ist eine ganze Ecke eingängiger geworden, was zwar hier und da zu Lasten der Brutalität gehen mag, zu keiner Zeit aber zu Lasten der Qualität. Und so rangiert das sechste Studioalbum von FIT FOR A KING ganz oben in der Rangliste der besten Metalcore-Scheiben des vergangenen Jahres.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (27.01.2021)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Slaves To Fashion - The History Of Heavy Metal
ANZEIGE