MAESTITIUM - Tale Of The Endless

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VÖ: 05.02.2021
Bandinfo: MAESTITIUM
Genre: Melodic Death Metal
Label: Black Lion Records
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Lineup  |  Trackliste

MAESTITIUM: Majestätische Melodien

 

MAESTITIUM reiht sich nicht nur namenstechnisch in derselben Schlange ein, in der zum Beispiel auch INSOMNIUM stehen, denn auch musikalisch ähnelt das Soloprojekt von Elias Westrin, der sich mit Nils Fjellström und Anton Flodin zwei höchstfähige Musiker an Bord geholt hat, der Band aus Finnland. Mit ihrer ersten Promo erschaffen MAESTITIUM ein melancholisches und episch klingendes Werk, welches vor allem in seine ruhigeren Phasen durch die pure melodische Art der Musik überzeugen kann. 

Schon der Titel der EP, sowie auch die Namen der weiteren Songs, sind hoch metaphorisch und nötigen den Hörer/die Hörerin während des Albums schon fast dazu sich gedanklich in eine mit schneebedeckten Berggipfeln gesäumte Landschaft zu denken, in der man der majestätischen Größe dieser steinernen Giganten Tribut zollt. Die Atmosphäre der Songs ist fast mit Händen zu greifen, obschon MAESTITIUM nicht unbedingt innovativ sind, was die Art der Musik selbst anbetrifft. Aber sie verstehen es eben auch wie unter anderem ebenso INSOMNIUM und HARAKIRI FOR THE SKY, oder WINTERSUN, eine Welt durch die Mittel der Musik zu schaffen, die man während des Hörens durchläuft. 

Fast schon stereotyp eröffnet ein mit einem Piano bzw. Glockenspiel begleitetes Intro "The Undying Travail" die EP. Die Atmosphäre ist sofort spürbar und es bedarf gar keiner Anstrengung sich in die Melodie einzufühlen, natürlich sind auch Streicher und Synthesizer für die Stimmung verantwortlich, die den Hörer/die Hörerin gleichsam in den Song "Morning Star" führen. Wo wir schon bei stereotyp waren.. Selbstverständlich ist jeder Song der EP (bis auf das Intro) länger als sechs Minuten, was aber auch notwendig ist, um eben diese Atmosphäre zu tragen und glaubhaft zu machen. Kulisse braucht eben Zeit um zu wirken und MAESTITIUM geben dem Auditorium die perfekte Zeitspanne dafür. "Morning Star" enthält also viele ruhigere Passagen, die von einem wiederkehrenden Gitarrenmotiv abgelöst werden. Der Gesang oszilliert dabei ebenso von klaren zu gutturalen Vocals. 

Das nächste Stück "Song of the Freezing Wind" startet mit einem weniger kalten, sondern eher warmen Akustikgitarrenintro. Auch hier ist die erzeugte Atmosphäre sofort spürbar und wahrscheinlich lässt sich dieser Song mit geschlossenen Augen und Kopf im weichen Gras am besten hören. Gerade der klare Gesang im "Refrain" ,wenn man diese Passagen denn als Refrain bezeichnen möchte, passt wunderbar zu der Stimmung des Songs. Nicht zuletzt die hohen Chöre im Hintergrund bilden die klirrenden Geräusche des eisigen Windes wirklich passend ab und sorgen für eine geschickte Verbindung von Text und Musik. 

Ironischerweise wird die EP mit dem namensgebenden Song "Tale Of The Endless" beendet. Die unendliche Geschichte von (ebenfalls ironischerweise) Michael Ende wird sicherlich vielen bekannt sein, ob man sich dies als Vorbild genommen hat ist zu bezweifeln, doch die Metaphorik ist so interessant, dass auch MAESTITIUM sich ihrer bedienen. Dabei startet das Stück deutlich schneller und härter, ohne währenddessen aber aggressiv zu wirken, da auch die überlagerten Stimmen dafür sorgen, das Lied in einem melodischen Rahmen zu halten. Nichtsdestotrotz steht auch diese etwas rauere Gangart der Band gut zu Gesicht, außerdem lassen die wirklich ruhigen Passagen nur bis etwa zur Mitte des achteinhalbminütigen Songs auf sich warten. "Tale Of The Endless" zieht aber auch nach der Songmitte kräftig das Tempo an und wächst von einem vorherigen kalten Wind schon fast zu einer Art Schneesturm, der die Landschaft in einen weißen Schleier hüllt, heran, insofern eine Double-Bass dies denn vermag. 

MAESTITIUM verstehen sich also sehr gut darauf mit ihren Songs eine ehrliche, authentische Stimmung zu transportieren. Die Stücke sind eher als ein Ganzes zu verstehen und erzählen eine wunderbare Geschichte, doch bleibt die Frage, ob MAESTITIUM es schaffen sich weiter in den Vordergrund des Genres zu spielen. 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Joel Feldkamp (01.02.2021)

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