PERIPHERY - Live In London

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VÖ: 15.11.2020
Bandinfo: PERIPHERY
Genre: Progressive Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste

Zwei EPs und sechs Studioalben hat es gedauert, bis die Amerikaner von PERIPHERY ein Livealbum veröffentlichen. Aufgenommen 2019 im Londoner O2-Forum war zu diesem Zeitpunkt Mark Holcomb aus familiären Gründen nicht mehr mit auf Tour. Da der bereits 2017 der Bassist Adam "Nolly" Getgood die Band verließ (im Studio ist er noch immer dabei) trat die Band zu viert auf. Die nicht vorhandenen Liveinstrumente kamen vom Band. Das Album gibt es scheinbar nur in digitaler Form, kein Vinylstreicheln also für die Nerds.

PERIPHERY sind wohl so etwas wie die bald regierenden Oberhäupter der Tech/Djent-Szene. Dereinst in Foren umtriebig wurde der Djent von ihnen mitbegründet und sie sind, meiner Meinung nach auch hinter den Gottvätern MESHUGGAH die Nachfolger für den Thron. Was PERIPHERY alles machen und ausmacht könnt ihr gerne in diesem höchst interessanten Video sehen. Umtriebig und produktiv beschreibt nur ungefähr, was PERIPHERY sind und tun.

"Live In London" beginnt flockig und beschwingt mit dem 16-minütigen Mutterschiff "Reptile". Kann man so machen. Der Song zeigt, wie Fans wissen, alles, was die Amis musikalisch auf den Tisch werfen können. Üppig ist es, das Menü. Von sanften Melodiebögen, geschrienen Refrains bis zu deftigen Djent-Einlagen gibt es hier alles. Zum Ende des Songs tauchen auch noch Plini und Jakub Zytecki auf und PERIPHERY mutieren zu einer Gitarrenhydra.

Wer noch nicht in diesem Genre unterwegs war, darf sich mit "CHVRCH BVRNER" zeigen lassen, wie Polyrhythmik funktioniert. Allein wie Matt Halpern diesen Song zusammenhält ist ganz groß. Es bedarf für den Unbedarften wohl einiger Durchgänge, bis man überhaupt mitbekommt, was hier eigentlich passiert, aber genau das ist die Stärke von PERIPERY. Irgendwann wird aus dem beinahe free-jazzigen Geprügel ein Song. 

Das Live-Album konzentriert sich auf die beiden letzten Alben, das Publikum gibt sich begeistert, auch wenn es etwas leise abgemischt worden ist.

"Live In London" ist eine Lehrstunde in Sachen Prog/Djent die eine Band auf dem absoluten Höhepunkt zeigt. Man kann sich gerne mit jedem Instrument alleine ewig beschäftigen, die wahre Kunst aber ist das unglaubliche Zusammenspiel der Band. PERIPERHY haben beileibe nicht umsonst den Status erreicht den sie derzeit innehaben.

 

 



Ohne Bewertung
Autor: Christian Wiederwald (02.02.2021)

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