SERGEANT STEEL - Truck Tales

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VÖ: 22.01.2021
Bandinfo: SERGEANT STEEL
Genre: Hard Rock
Label: Boyz Tyme Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Ist es tatsächlich schon wieder fünf Jahre her, dass uns die sexy Rocker von SERGEANT STEEL mit „Riders Of The Worm“ beglückten? Ja, ist es tatsächlich. Nicht nur wegen der omnipräsenten, weltübergreifenden Seuche haben sich die sechs Oberösterreicher für ihre neue laszive Langrille ein wenig Bedenkzeit genommen. Dabei hatten SERGEANT STEEL das Glück, ihren Trip in die Rock-Heimat Nashville noch rechtzeitig vor der globalen Eskalation durchführen zu können, sonst würden wir vielleicht noch länger auf neues Gute-Laune-Material aus der Feder von Österreichs Rock (S)Export Nummer Eins warten müssen.

Schnellschuss ist „Truck Tales“ dabei erwartungsgemäß keiner geworden; Zehn schlüpfrige Rock-Hymnen zählt der neueste Output des Sechsers, zu denen man nur zu gerne ausgiebig mit offenem Verdeck über die hiesigen Landstraßen der Alpenrepublik cruisen möchte – sofern es denn gerade politisch goutiert oder nicht schlichtweg arschkalt im grim and frostbitten alpine country wäre. So hilft also nur, die Anlage im Wohnzimmer bis zum Anschlag aufzureißen und sich den imaginären Sunset Strip soundtechnisch in die eigenen vier Wände holen.

Gleich „Fight Fire With Fire“ pumpt und groovt vom Start weg wie Sau und hebt die Laune innerhalb von Millisekunden – so stellt man sich modernen Hardrock im Stile der glorreichen 80er vor! Kräftig und durchschlagend produziert, aber dennoch immer mit einer Hand am durchaus massenkompatiblen Ohrwurmfaktor und einer kleinen Prise unterschwelliger Schlüpfrigkeit. Gut, Songs wie das glamige, direkt lasziv riffende „Backseat Lover“ oder der schwer in die Füße fahrende Rocker „Body Language“ sind da schon ein wenig direkter in der Ansage, machen aber umso mehr Spaß. Genauso wie ein straighter Uptempo-Rocker wie „Voodoo Queen“, dessen oldschooliges Keyboard im Hammond-Stil und scharfe Gitarrenarbeit besonders gut in die Ganglien fahren.

Was „Truck Tales“ ausmacht ist vor allem seine Vielfältigkeit, die weder die kristallklaren 80er-Wurzeln negiert, noch sich um stilistische Grenzen schert. So täuscht „Dance Into The Light“ zunächst links eine fast ein wenig in den Country-Bereich schielende balladeske Hymne zu sein an, zieht dann aber mit mitreißendem Rock'n'Roll und starkem Refrain zügig rechts an der zu eng gesteckten Erwartungshaltung vorbei. „Pain In My Ass“ lässt sich anfangs Zeit und baut Spannung auf, lässt später aber den Bass streckenweise schön grundeln, um die bei SERGEANT STEEL immer ein wenig zotigen Lyrics adäquat zu unterlegen. „Hunter“ lässt kräftig die Sau raus und überrascht mit funkigen Einlagen, während „Nightmare“ mit seinem prominenten Keyboard-Auftakt  ein weiteres Mal antäuscht (und das Muster später in der goldigen Bridge wieder aufleben lässt), ehe wunderbares, treibenes Riffing aus den goldenen Zeiten des Rock dem Titel noch ordentlich Pfeffer in den Hintern streut und sich der Refrain recht nachhaltig ins Gedächtnis wurmt.

Was keinesfalls fehlen darf ist etwas Herzschmerz, zum Beispiel in Form der emotionalen Akustik-Ballade „Brotherhood“, sowie  auch „The Time Will Come“ - etwas getragener, mit Europe-Gedächtnis-Keyboard kehrt der balladeske Stadionrocker ebenfalls die Emotionen in den Vordergrund – holt die Feuerzeuge raus! Oder holt auch andere Körperteile raus (ahum! *räusper), egal, werft einfach „Truck Tales“ in den CD-Schacht und schwelgt in Erinnerungen an endlose Roadtrips und die goldene Ära des Rock – SERGEANT STEEL sind vielleicht nicht original von damals, aber würdige Nachfolger mit zeitgemäß coolem Sound.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (18.01.2021)

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