REVERBER - Sect Of Faceless

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VÖ: 25.09.2020
Bandinfo: REVERBER
Genre: Thrash Metal
Label: Punishment 18 Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Nanu? Hab ich da versehentlich eine KREATOR Promo bekommen? Ein scheler Blick aufs Cover. Nein, es ist doch die neue Scheibe "Sect Of Faceless" von den Italienern REVERBER. Die Combo aus Bella Italia, genauer aus Rom, hat sich die letzten KREATOR Platten ganz genau zu Gemüte geführt. Was sich vor allem beim Sänger Marco Mitraja niederschlägt, dessen Geröchel und Phrasierungen stark an einen gewissen Herrn Petrozza erinnern. Auch im instrumentalen Bereich werden die anscheinend großen Vorbilder gerne zitiert.

Mit "God Of Illusion" als Opener geht es gleich in die Vollen und der geneigte Hörer hat das erste "Ahaa!"- Erlebniss... "Ahaa, Kreator!" nämlich. Im Prinzip keine schlechte Nummer, mit ordentlich Doublebass und Druck. Bei Track Nummer zwei, dem Titeltrack "Sect Of Faceless" sieht die Sache, dem Teufel sei's gedankt, schon ein bisserl eigenständiger aus. Der Song hat ordentlich Tinte am Füller und kann mit einigen lässigen Gitarrenspielereien aufwarten. Weiter mit "My Name is Mille..." , ähhh sorry, "My Name Is Destruction (Albion The Conqueror)".  Der Song lässt den Hörer bis zum melodiösen Mittelteil kaum durchatmen, reicht aber nicht an das Titelstück heran. "Channel 666" ist nicht die Herrenausgabe eines Parfüms, sondern die erste Midtempo Abrissbirne von "Sect Of Faceless" und kann überzeugen. Auffällig bis jetzt ist der Drummer, der nicht nur ein ziemliches Tier sondern auch und das Wutpontential der Band ist. Aber wahrscheinlich wird man so, wenn man in Rom zu lange mit dem Auto rumkurvt. Doch weiter mit "Nightmareland", hier blitzen die oben genannten Einflüsse wieder stärker auf, an die man sich aber im Laufe der Platte gewöhnt. Der Song hat ein cooles Breakdown und dem schließen sich atmosphärische Leads an. Eine echte Überraschung ist auch "Wood Of Suicides", endlich zeigen REVERBER, was sie wirklich draufhaben. Die Band spielt auf, wie entfesselt und Sänger Marco Mitraja singt völlig eigenständig. Genau so muss das! "Black Plague" thrasht sich das giftige Herz aus dem Kadaver, hat ein paar lässige Melodien zu bieten. Ob es bei "Arachnophobia" jetzt um den gleichnamigen Spinnenschinken geht, hat sich mir nicht erschlossen. Erschlossen hat sich mir aber, dass das Lied ordentlich heavy, geile Melodien besitzt und ein weiteres Highlight der Platte darstellt. Auch der olle und im Metal Universum kaum zitierte "Vlad" muss dran glauben. Die High Speed Thrashgranate aus Italien schlägt noch mal in Altenessen ein. Gnadenlos. Zum Abschluss versuchen sich die Raggazzi noch an "Angel Witch" von ANGEL WITCH. REVERBER versuchen hier, dem Song ihren Stempel aufzudrücken und... schaffen es. Eine gut gemachte Version dieses Klassikers.

Was sich beim ersten Hören noch als grandioser KREATOR Abklatsch anmutet, mausert sich bei öfteren Durchgängen als ein sehr geiler Thrash Hammer. REVERBER klingen doch um einiges rauer und wütender als die oben Genannten. Wenn der Sänger in Zukunft mal öfters über seinen Schatten springt, bekommen wir es hier mit einem echten Thrash Highlight zu tun, denn im instrumentalen Bereich fideln die Buben auf, dass es eine Freude ist. Auch die Produktion hat ordentlich Dreck und Wums. Alles in Allem ein kurzweiliger Thrasher mit ordentlich Luft nach oben. Bene!

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Hannes Schuhai (10.11.2020)

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