GARAGEDAYS - Something Black

Artikel-Bild
VÖ: 13.11.2020
Bandinfo: GARAGEDAYS
Genre: Heavy Metal
Label: El Puerto Records
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

„Something Black“ is coming! Im Falle der heimischen GARAGEDAYS sogar wortwörtlich, denn der Vierer aus dem Tirolerland hat ihr viertes Album ebenso genannt. Glücklicherweise hat es nicht wieder ebenso viele Jahre gedauert, bis wir neues Material der Herren mit dem Outlaw-Image in Händen halten können – die perfekt eingespielte Truppe hat schon nach zwei Jahren Bedenkzeit „Something Black“ für uns kredenzt.

Und das besticht vom Fleck weg mit schön fetter Produktion, die den kantigen Sound der selbsternannten 'Nasty Crew' blitzsauber herausarbeitet. 'Never change a running Team' sagt man doch – und das beherzigen die Tiroler auch, indem sie sich erneut mit KING DIAMOND-Giarrist Andy LaRocque zusammentun, der sich für die Co-Produktion des im hauseigenen Studio aufgenommen Hobels verantwortlich zeigt. So geht das Album auch vom Fleck weg gut weg und schon der Opener „Back In Line“ haut mit klassisch treibendem Schwermetall mit thrashiger Note ordentlich rein.

Wie in der guten alten METALLICA-Zeit schielt der Titeltrack „Something Black“ dezent in die speedige Richtung und zündet ein extrem eingängiges Riff-Feuerwerk mit Oldschool-Vibe und Refra in der im Ohr bleibt. Ein prädestinierter Live-Brecher, der gewaltig Laune macht! Überhaupt sind GARAGEDAYS am stärksten, wenn sie richtig die Sau rauslassen wie partiell in „I'll be there“, das das Gaspedal anfangs wieder gewaltig durchdrückt, aber trotz ein paar feinen Tempovariationen und richtig derb schleppenden Passagen nicht ganz an den Abrissfaktor des übermächtigen Titeltracks herankommt. Das kann dafür „The Calling“, das straight und mit lässiger MOTÖRHEAD-Schlagseite aufs Maul gibt.

Was auffällt, GARAGEDAYS trauen sich, auch mal aus dem Korsett der oldschooligen Songstrukturen auszubrechen und etwas abstraktere Pfade zu beschreiten, was vielleicht streckenweise noch etwas ungelenk, beziehungsweise langatmig wirkt, wie beispielsweise im groovenden „And Again“, das das Tempo etwas zurücknimmt, aber die Spannung trotz starkem Solo nicht über die ganze Distanz von fünf Minuten halten kann. Ein Schicksal, dass auch das bedeutend kürzere „Out Of Control“ teilt, das nicht so recht in Schwung kommt, sowie „New Home“, welches ebenfalls ein klein wenig zu statisch dem Groove frönt.

„My Own Way“ gibt die Powerballade, die überraschenderweise trotz ihrer epischen Länge gut funktioniert, wenngleich auch die Arrangements am Beginn und zum Ende des Songs wieder etwas zu künstlich aufgeblasen wirken. „To My Soul“ bringt das, was „My Own Way“ ein klein wenig überstrapaziert hat, deutlich besser auf den Punkt. Dafür, dass man GARAGEDAYS trotz durchwegs starker ähnlich orientierter Songs auf den vergangenen Alben eigentlich kaum mit Balladen assoziiert, liefern die Burschen hier ziemlich ab!

GARAGEDAYS bleiben nicht stehen und ruhen sich auf ihren Live-Lorbeeren oder ihrem Outlaw-Image aus, sondern suchen beständig nach Neuem. Dass dabei nicht alles auf den ersten Versuch zusammenpasst und sich ein paar Längen in „Something Black“ einschleichen ist höchstens auf den ersten Blick ernüchternd, doch eine logische Konsequenz nicht nur einfach Imagepflege zu betreiben. Dafür machen die vier Tiroler aber mit ihrer unbändigen Spielfreude und extrafeinen technischen Klinge vieles was songwriterisch diesmal nicht so ganz funktioniert wieder wett, sodass man vom vierten Streich der Truppe trotzdem blendend unterhalten wird.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (09.11.2020)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Benediction - Scriptures
ANZEIGE