ZHAKIAH - Where The Light Will Thread

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VÖ: 25.09.2020
Bandinfo: ZHAKIAH
Genre: Melodic Death Metal
Label: Melodic Passion
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Lineup  |  Trackliste

Dank den zahlreichen Wundern des technologischen Fortschritts, erlangen immer mehr Künstler die Möglichkeiten ihre musikalischen Ideen in Personalunion umsetzen zu können. Dies gestaltet schon ein mal eine Spaltung der Band eher schwierig, zudem kann das Künstlerhirn ungebremst und kompromisslos entscheiden, welchen Weg die Musik gehen soll. So hat sich auch der finnische Musiker Jani Stefanovic, der schon vor der Umsetzung seines Soloprojektes einen beträchtlichen musikalischen Erfahrungsfundus vorzuweisen hatte, er spielte zum Beispiel zuvor in Bands wie DIVINEFIRE, CRIMSON MOONLIGHT oder auch MISERATION, dazu entschieden das Projekt ZHAKIA aufzuziehen. Ganz allein war er dabei nun doch nicht, denn Gastmusiker Alfred Friedhagen spielt für das relativ frische Melodeath-Projekt die Drums. Das Mastering übernahm hier auch nicht irgendjemand, sondern Thomas Plec Thomasson, der sowohl für die schon genannten DIVINEFIRE und CRIMSON MOONLIGHT, aber auch für die Szenegröße SOILWORK produzierte. Bei diesen prominenten Namen bleibt nur noch zu hören, ob es sich bei ZHAKIAH einfach um ein weiteres Licht am Himmel der Musikwelt handelt, oder tatsächlich um einen hellen Strahl am Horizont des Melodeath. 

Die Platte beginnt mit einem doch recht unkonventionellen Intro, in dem der Hörer/dei Hörerin in eine thrillerhafte Szenerie geworfen wird, in welcher ein nach Luft ringender Mann, dem man die Panik in seiner Atmung anmerkt, vor einer großen Gefahr zu flüchten scheint und gerade als sich der Flüchtende beruhigen möchte, beendet ein dumpfer Schlag den Einstieg in diese Platte. Die Spannung ist auf jeden Fall da, was passiert wohl als nächstes? Was ist mit der Person geschen? Werden sich einige fragen, man hofft auf eine Antwort im folgenden Song. Doch der Titel des Intros mit dem wunderbar beschaulichen Namen "Gethsemane" birgt vielleicht schon die Antwort auf die Fragen in sich. Denn "Gethsemane" war eben jener Ort, an dem Jesus von Judas verraten und dementsprechend von den Häschern gefangen genommen wurde. Während der Messias in der Bibel seinen Peinigern tapfer entgegen schreitet, erzählt dieser Einstieg vielleicht eine andere Version der Geschichte. Doch genug der laienhaften Bibelkunde und zurück zu dem Song "Spirit's Perfection". Dieser startet ohne große Umschweife mit treibenden Blast-Beats in den musikalischen Teil des Albums. Mit jenen Blast-Beats sollte man sich schnell anfreunden, denn sie begleiten den Hörer/die Hörerin durch das gesamte Album, wobei die thrashige Färbung, die durch diese Drums erzeugt wird, dem restlichen Arrangement des Albums gut ansteht. Der folgende Song "Dominium Aeternum" schließt sich zwar bibelthematisch nahtlos an seine Vorgänger an, wirkt aber allein schon durch die Streicher im Intro, die vielen Tempiwechsel und auch den cleanen Gesang im Refrain um einiges abwechslungsreicher und lässt sich fast schon eher in Richtung Extreme-Metal verorten.

Der Titeltrack "Where The Lights Will Thread" eröffnet noch eine weitere Facette der musikalischen Varianz von ZHAKIAH, da dieser Song sich eher dem Death in Melodeath widmet. Dies wird nicht zuletzt durch Blast-Beats und die typischen böse heulenden Gitarren unterstützt. Es ist also bereits nach drei Songs erkennbar, dass ZHAKIAH sich zwar immer im Rahmen des Melodeath bewegen, jeder Track aber durch verschiedenste Genreeinflüsse von den anderen abzugrenzen ist. Während die ersten Songs, das Intro mal ausgenommen, eher in Richtung Sturmwarnung trieben, wird in "The Side Of Eden" die schwarze E-Gitarre durch die lieblich singenden cherubimschen Harfen ersetzt, die mit ihren zarten Klängen das Antlitz des Garten Eden zu imitieren versuchen. Doch keine 50 Sekunden später ist auch schon wieder Sündenfall angesagt und man wird mit dem Song "The Ancient Of Days" wie von einer mittelharten Backpfeife aus dem paradiesischen Traumland gerissen. Dieser Track dreht den Spieß, den man in "Where The Light Will Thread" schon scharf angebraten hatte um und schafft Raum für die melodische Seite des Göteborg-Sounds. Vor allem die orientalisch anmutenden Chorgesänge im zweiten Teil des Songs tragen zu dieser Atmosphäre bei. 

Auch an den folgenden drei Stücken des Albums gibt es wenig auszusetzen, sie nötigen dem Hörer/der Hörerin sowohl durch ihre Riffs, als auch durch die Tempiwechsel, auf jeden Fall das ein oder andere Kopfnicken ab. Zudem lässt vor allem "The Crown" den Einfluss, den Bands wie NEVERMORE auf ZHAKIAH gehabt haben müssen, phasenweise sehr deutlich erkennen, was ja grundsätzlich nicht so schlecht sein kann. Alles in allem bleibt zu sagen, das ZHAKIAH zwar nicht die Revolutionäre des Genres sind, wobei dies auch gar nicht deren Anspruch sein wird, sie sind aber auch viel mehr als nur irgendeine Metal-Band. Die Musik klingt professionell und auch für ausreichend Abwechslung im Rahmen des Melodeath ist gesorgt. Wer sich vor allem von dem Death-Teil in Melodeath überzeugen lässt und sich zu diesem hingezogen fühlt, wird seinen Spaß mit der Platte haben. ZHAKIAH sind also doch eher ein Sonnenstrahl, als nur eine Kerze im Wind. 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Joel Feldkamp (26.10.2020)

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