STRYPER - Even The Devil Believes

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VÖ: 04.09.2020
Bandinfo: STRYPER
Genre: Hard Rock
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

Michael Sweet und auch seine Haupttruppe STRYPER waren in den letzten Jahren äußerst aktiv. Seien es jetzt Soloalben oder Projekte (z.B. SWEET/LYNCH) aber auch die Gelbschwarzen lieferten in letzter Zeit alle zwei Jahre neues Futter für ihre zahlreichen Anhänger. Ich muss gestehen, dass ich STRYPER bislang immer eher achselzuckend zur Kenntnis genommen habe. Zum Teil weil es - gerade in der Anfangszeit - doch sehr cheesy zu Werke ging (die 80er STRYPER-Balladen sind wohl an Kitsch-Sirup nicht zu übertreffen), aber auch das Image wirkte manchmal doch sehr aufgesetzt und man meinte manchmal, dass die Jungs schon fast ihre christliche Einstellung etwas auf den Arm nehmen würden mit so manchem Songtitel und dem Bibelgewerfe. Aber sei´s drum. Die STRYPER neueren Datums gehen weitaus energischer geradeaus als man es aus der Vergangenheit kannte und so hat auch das neue Studioalbum "Even The Devil Believes" einen ordentlichen Härtegrad zu bieten.

Die von Michael Sweet mit einem fetten Sound ausgerüstete Scheibe startet furios mit "Blood From Above" durch, einer pfeilschnellen aber nichtsdestrotz sehr melodischen Nummer mit sehr geilem Chor-Gesang. Die Stimme von Michael war mir getreu seinem Nachnamen zwar immer etwas zu süsslich, aber wenn er eine etwas aggressivere Richtung einschlägt absolut genießbar. Perfekter Einstieg also. Das vom Songtitel nach dem Motto des derzeitigen amerikanischen (Noch-?)Präsidenten angelehnte "Make Love Great Again"  ist eine stampfende, etwas zu lange geratene Nummer, die aber auch mit einem gelungenen Chorus aufwarten kann.

Bei "Let Him In" wird das Tempo wieder angezogen, ehe mit "Do Unto Others" wieder eine Midtemponummer folgt, ebenfalls wieder mit einem Ohrwurmchorus versehen. Das mit einem einprägsamen Mainriff ausgestattete Titelstück kann auch überzeugen. Bei der sechsten Nummer "How To Fly" handelt es sich um eine von zwei etwas ruhiger gehaltenen Nummern des Albums, aber weit entfernt von einer Kitschballade, welche es früher doch zuhauf bei den Gestreiften gab.

Das metallene "Divider" mit seinem Stakkato-Riff  rockt gewaltig ab, "This I Pray" erinnert etwas an "Stand" von Poison und ist die ruhigste Nummer des Albums. "Invitation Only" ist eine locker-flockige Pop-Metal Hymne - perfekt geeignet für den (leider vergangenen) Sommer.

"For God & Rock'n Roll" ist das einzige Stück der Scheibe, welches mir nicht so gut reinläuft wie der Rest, dennoch weit entfernt vom Totalausfall. "Middle Finger Messiah" beendet "Even The Devil Believes" wie es begonnen hat: Pfeilschnell, melodisch und mit knackigem Riffing. 

Was bleibt: "Even The Devil Believes" ist eine äußerst positive Überraschung. Image und Lyrics hin oder her: Man muss STRYPER bescheinigen, dass sie ein abwechslungsreiches, famos produziertes Album mit keinem richtig schwachen Song abgeliefert haben. Auch für sonst der dunklen Seite zugetanen Hörerschichten ans (schwarze?) Herz zu legen. Locker gute vier Punkte wert.

 

              

              



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (05.11.2020)

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