THE ROYAL BEGGARS - Wounded Hearts N' Bloodstained Souls

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VÖ: 24.04.2020
Bandinfo: THE ROYAL BEGGARS
Genre: Glam Rock
Label: LMH Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

THE ROYAL BEGGARS - nie gehört...

Bis vor einem Monat. Bei dem Versuch, mal wieder noch die ein oder andere Perle aus dem Berg an Alben zu retten, die jeden Monat unrezensiert ihren Weg ins Promo-Nirvana nehmen, weil wir die schiere Flut an Veröffentlichungen, die TÄGLICH in der Stormbringer-Redaktion mit der Bitte um Besprechung eingehen, schlicht und einfach nicht bewältigen können, stieß ich auf das aktuelle Output der vier Schweden.

Vor dem Probehören war ich noch skeptisch: Schweden, Glam Rock, die Kombi gibts doch schon wie Sand am Meer! Und dann isses auch 'nur' eine EP! Wohl wahr, aber als die ersten Klänge von "Wasted N' Wanted" aus meinen Boxen tönten, wurde mir direkt bewusst, dass ich mit der Entscheidung, THE ROYAL BEGGARS doch noch für eine Rezension zu picken und damit dem endgültigen Promo-Tod zu entreißen, goldrichtig gelegen habe!

Alter Verwalter, was ein geiler Scheiß! Ohrwurmtauglicher Glam/Sleaze Rock mit einem Schuss Southern Comfort und viel folkloristischem Country-Feeling ergießt sich mit "Wounded Hearts N' Bloodstained Souls" 22 Minuten lang in die Ohrmuscheln des geneigten Hörers und macht angenehm trunken - vom Herzblut-Rock, der warmen Erdigkeit des Gitarrensounds, der flotten Gute-Laune-Hooks und von der whiskeydurchtränkten Melancholie der sechs Stücke. In 'Bands' gesprochen erwartet das Auditorium jede Menge CINDERELLA, etwas MR. BIG, ein Schuss SOUL ASYLUM, einige Spritzer MOLLY HATCHET und ganz, ganz viel THE DOGS D'AMOUR! Die Melange daraus packen THE ROYAL BEGGARS in ein zeitgemäßes Gewand und transportieren den 80s Spirit mit fettem Frischekick ins Hier und Jetzt.

Jedes der sechs Stücke ist anders, aber zusammen bilden die Songs eine Einheit, und so kommt "Wounded Hearts N' Bloodstained Souls" absolut aus einem Guss daher. Vom ersten Ton an wippen die Füße im Takt mit, nickt der Kopf lässig zum Rhythmus. Und man möchte sich am liebsten eine Zigarette zwischen die Zähne klemmen, den Cowboy-Hut aufsetzen und in die Westernstiefel fahren. Dann eine Pulle Jacky in die Hand (ok, ich würde lieber was Ordentliches wie einen guten Single Malt nehmen) und draußen auf der Veranda der Blockhütte einfach den Sonnenuntergang und eventuell vorbei flanierende sexy Ladies genießen! 

Jeder einzelne Song auf "Wounded Hearts N' Bloodstained Souls" versprüht ungehemmt und leidenschaftlich den Geist von grenzenloser Freiheit. Die Instrumentalfraktion ist ebenso wie die Songwrtiting-Qualität über jeden Zweifel erhaben. Der Eiswürfel im Whiskey ist allerdings der abartig geile Gesang / die unglaubliche Stimme von David Roobert! Ich glaube, tausende Bands würden sonst was für einen derartigen Frontmann geben. Hey BEGGARS, lasst den Mann bloß nicht wieder gehen!

Falls es den einen oder anderen wundert, dass ich nicht auf einzelne Songs direkt eingehe, nun, es gibt einfach kein Stück, das ich besonders hervorheben möchte. Alle sechs Tracks sind auf ihre Weise großartig und stehen auf gleicher Höhe. Schaut und hört euch die drei eingefügten Videos an und beginnt augenblicklich und ohne Gegenwehr zu lieben, was euch die schwedischen Westküstenrocker da kredenzen!

Wenn es denn rein subjektiv ein Lieblingslied von mir auf "Wounded Hearts N' Bloodstained Souls" gibt, dann "Lay Me Down To Rest", weil mich das direkt in die Achtziger gebeamt und wunderschöne Erinnerungen an eine meiner absoluten Lieblingsbands aus dieser geilen Zeit wachgerufen hat (Tom Keifer und seine grandiosen CINDERELLA).

Fazit:

Besser spät als nie. Ich bin so froh, dass ich mich sozusagen auf den letzten Drücker noch für eine Besprechung der zweiten EP der BEGGARS entschieden habe! "Wounded Hearts N' Bloodstained Souls" wird definitiv in meiner Top 10 der besten Alben 2020 landen. Mein einziger Wunsch an die Band wäre: Bitte füllt mit eurer wundervollen Musik bei eurer nächsten Veröffentlichung ein GANZES Album! Denn von dem wahrhaft königlichen Sound der BEGGARS kann ich definitiv nicht genug bekommen!

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (28.09.2020)

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