TORCH - Reignited

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VÖ: 28.09.2020
Bandinfo: TORCH
Genre: Heavy Metal
Label: Metalville
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Kann sich noch jemand an das Jahr 1982 erinnern? Als fünf junge wilde Schweden ihre vielbeachtete Debüt-EP "Fireraiser!!" veröffentlichten? Wenn, dann wohl nur noch der ein oder andere aus dem älteren Semester. Der Truppe aus Eskilstuna namens TORCH schien damals in den frühen Achtzigern eine ordentliche Karriere bevorzustehen. 1983 und 1984 kamen die beiden Longplayer "Torch" und "Electrikiss" auf den Markt und die Band tourte mit internationalen Größen wie MOTÖRHEAD. Doch plötzlich wurde es wieder still um TORCH, die schon 1986 ihre Auflösung bekanntgaben.

Doch Totgeglaubte leben bekanntlich am längsten, und so kommt es, dass wir heute, 36 Jahre nach der letzten Veröffentlichung (2009 erschien ein Kompilation mit Neueinspielungen und zwei neuen Tracks) tatsächlich mit der dritten Langrille von TORCH beglückt werden. Und das auch noch fast in der kompletten Originalbesetzung, lediglich ein Gitarrenposten wurde mit Håkky neu besetzt.

Der erste Song "Knuckle Duster" läuft grade fünf Sekunden, und ich denke: "What?! Hab ich aus Versehen PRIEST in den virtuellen CD-Schacht geschoben??" Bereits zehn Sekunden später revidiere ich mich: '"Ach nee, das muss die neue ACCEPT sein! Aber seit wann ist Udo dort wieder mit an Bord? Und hat der Dirkschneider vielleicht den Byford für den Chorus engagiert?"

Spaß beiseite. TORCH zocken 2020 genauso wie bereits anno dunnemals einen straighten Insel/Teutonen Metal Mix, mit extremer ACCEPT-Kante und einer ebenfalls nicht zu verachtenden Portion JUDAS PRIEST und SAXON. Dabei schafft es Frontmann Dan Dark tatsächlich, die drei doch sehr unverwechselbaren Stimmen der Herren Dirkschneider, Halford und Byford in seinem eigenen Organ zu vereinen, wobei Udo deutlich die Oberhand innehat.

Die neuen Songs sind zumeist im stampfenden Midtempo angesiedelt und durchgehend headbang-kompatibel. Dabei ähneln sich einige Tracks aber doch recht stark. Ein wenig mehr Abwechslung wäre hier wünschenswert gewesen. Im Opener sowie in "Feed The Flame" und "Cradle To Grave" geht es etwas flotter zur Sache, aber wer den Geschwindigkeitsrausch sucht, ist bei TORCH definitiv an der falschen Adresse. Hier stehen Heavyness und brachialer Metalsound absolut im Vordergrund. Diese Power ist sicher auch dem Händchen von Jacob Hansen zu verdanken, der "Reignited" gemixt und gemastert hat und der bereits mit bekannten Namen wie U.D.O., den PRETTY MAIDS und VOLBEAT gearbeitet hat.

Fazit:

Um als absolutes Highlight durchzugehen, fehlt der aktuellen TORCH Langrille das letzte Quäntchen im Songwriting, vermisst man ein, zwei wirkliche Hits. Aber bis auf dieses Manko haben die Schweden ein durch und durch ordentliches Spätwerk vorgelegt, das es mit seinen Vorgängern durchaus aufnehmen kann.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (28.09.2020)

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