SANCTUARY - Into The Mirror Black (30th Anniversary Edition)

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VÖ: 10.09.2020
Bandinfo: SANCTUARY
Genre: Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Kinder, 30 Jahres ist es her, dass dieser noch immer völlig unterschätzte US-Powermetal-Hammer erschienen ist. Gerne erinnert man sich an die Zeiten des MTV Headbanger Ball, bei dem das Video zum Hit "Future Tense" gerne gezeigt wurde. SANCTUARY brachten es zu Lebzeiten des grandiosen Warrel Dane (R.I.P. 2017) grad mal auf drrei Veröffentlichungen, die letzte 2014, "The Year The Sun Died". Vor dem hier zu feiernden "Into The Mirror Black" gab es 1988 das angeblich von Dave "Reborn" Mustaine produzierte Debüt "Refuge Denied" (wie passend heutzutage eigentlich... - der Gutmensch) mit dem Superhit "Battle Angels".

Ich lehne mich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass SANCTUARY mit "Into The Mirror Black" deutlich zu früh dran waren. Schon damals hatte ihr Power Metal technischen Stahl vom Feinsten und superbe Prog-Parts die locker heute ein paar Stufen mehr an Bekanntheit brächten. 

Zum Dreißiger nun also eine von ZEUSS schonend remasterte Version, ganz ehrlich, ich kann nicht viele Unterschiede zum Original erkennen. Andererseits war der Sound auch 1990 schon stark, es passt also, dass hier nicht zu massiv am Klangbild geschraubt wurde. Aufgepeppt wird der von Gitarrist Lenny Rutledge mit-initiierte Re-Release mit seltenen, bzw. noch nie veröffentlichten Fotos und Demos dreier Songs, sowie Liner Notes von Lenny Rutledge und Bassist Jim Sheppard. 

Weiters gibt es den vollständigen Auftritt der Band im Reseda Country Club aus dem 1990er-Jahr. Remixed von ZEUSS zeigt es die Band auf ihrem Höhepunkt. Lenny Rutledge erhielt 2015 ein Paket mit dem kompletten 2-inch-Master dieses Auftritts. Damit ist es jetzt erstmals möglich, nach dem unvollständigen Mitschnitt auf einer EP 1990, das komplette Konzert zu hören. Man wird nicht enttäuscht, soweit kann ich in meiner Rezi schon mal gehen. Es ist einfach schön, diesen Meilenstein in einer wertigen Wiederveröffentlichung bekommen zu dürfen.

Zum Album selbst braucht man glaube ich nicht viel sagen. Ein ewiger Klassiker, der zeigt, was sich in Seattle so knapp vor dem Grunge-Ausbruch getan hat. Grandioser Prog-Power-Metal, wie er dann nach dem Split bei NEVERMORE weitergeführt wurde. Hits wie "Future Tense", Progperlen wie "Epitaph" und der Höhepunkt "Communion" zeigen, was man mit Köpfchen aus dem damals etwas in den Seilen hängenden Metal machen konnte. Dazu intelligente Lyrics und fertig ist der Klassiker. 

Wer das Album noch nicht sein eigen nennt kann jetzt zuschlagen, entweder auf Triple-Vinyl, Doppel-CD und möglicherweise in Bälde über die gängigen Streaming-Plattformen.

Nicht bloß Kult sondern Pflicht!



Ohne Bewertung
Autor: Christian Wiederwald (15.09.2020)

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