VEONITY - Sorrows

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VÖ: 21.08.2020
Bandinfo: VEONITY
Genre: Melodic Power Metal
Label: Scarlet Records
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Lineup  |  Trackliste

VEONITY gehören zu den aufstrebenden schwedischen Power Meal Bands der letzten Jahre. Waren Vorgängeralben wie "Into The Void" recht passabel und voller melodischer Powersongs, so beschreitet man mit "Sorrows" einen - wie der Name schon vermuten lässt - dunkleren musikalischen Pfad. Mit diesem Albumtitel zieht sich ein entsprechendes Konzept durchs Album. Inhalte wie Trauer, Einsamkeit oder Betrug sind keine leichten Themen und werden natürlich entsprechend mit dunkel angehauchtem Songwriting in Kombination mit heavy Powermetal umgesetzt.

VEONITY haben weiterhin Ihre Schwerpunkte bei melodischen Metalsongs mit Keyboard-Einsatz, unzähligen Riffs und Soli sowie massiv eingesetztem Chorgesang. Teilweise klingt NWoBHM durch, man könnt meinen JUDAS PRIEST hat damals eine andere Richtung eingeschlagen und sich dann dem Power Metal verschrieben. Das kommt mit den Soli zumindest auf jeden Fall hin. Es gibt aber natürlich auch andere Parallelen zu anderen Bands, vor allem im Powermetal. Dies zeigt sich bereits beim ersten richtigen Song nach dem kleinen Intro. Für meinen Geschmack ist das auch einer der besten Songs vom Album: "Graced Or Damned" ist eine der Nummern, bei denen man eigentlich an eine andere Band denkt und diese an jeder Ecke hört. Bei dieser Melodie, den Keyboard Klängen und der eingängigen Stimme drängen sich Parallelen zu SONATA ARCTICA auf. Ein typischer Power Metal Song nordischen Stils, der sich von Takt zu Takt mit Kraft und Melodiosität seinen Weg ins Gehört bohrt. So schnell vergisst man diese Hooks nicht.

"Back In To The Dark" ist im Vergleich zum speedigen und locker-flockig gespielten Startsong mehr getragen und vor allem düsterer. Die heavy Riffs bilden einen Kontrast zu den Vocals und die Solo-Gitarren-Passagen sind erstklassiger 90er Metal. Ähnlich auch "Blinded Eyes Will See". Die Gitarren stechen hervor, inklusive langen Metal-typischen Solostrecken, sowie dem Chor, der sich in hohe Höhen schraubt.

Für "Where Our Memories Used To Grow" hat man sich einen Gastsänger geholt. DRAGONLANDs Jonas Heidgert steht hier am Mikro. Da Sköld aber selbst ein ausgezeichneter Sänger ist, ist Mr. Heidgert eher eine Namensbereicherung, als dass er als Vocalist sooo viel mehr bringen würde.

"Acceptance" ist eine ziemlich klassische, speedige Power Metal Nummer, bei der vor allem die Double Bass besticht. Irgendwie wirkt der Gesang hier nicht ganz ausgegoren und für meinen Geschmack etwas zu schrill, dafür entschädigen dann wieder die Gitarrensoli. Die lässigen Keyboardklänge von "Free Again" und das langsamere Singen versöhnen mich wieder. Hier ist alles harmonisch, und die zurückenommene Geschwindigkeit kommt bei mir einfach besser an. Das haben VEONITY auf diesem Album einfach sehr gut drauf.

Die Schweden schaffen es, ein gewichtiges Thema wie "War" aufgrund der flotten Musik und Mitsing-Chöre richtig fröhlich klingen zu lassen. Natürlich ist die Aussage der Lyrics schon beim Thema, und das Songwriting findet Höhen und Tiefen über Gitarrensoli und Sprechgesang. Mit "Fear Of Being Alive", das gleich zu Beginn mit ein paar feinen Gitarrenklängen punktet, bevor Schlagzeug und Gitarren noch mal alle Register ziehen, klingt das Album dramatisch und ein wenig melancholisch aus. Und auch bei diesem Stück wird klar, dass sie ein Faible für Chöre haben und ein bildgewaltiges Songwriting.

Summa Summarum ist es wieder ein gitarrenlastiges, knackiges Album, das auch dunkle Seiten der Band zeigt und nicht ganz so ins Ohr geht, wie zuletzt. Symphonische und progressiv Anteile sind zu hören, aber die Heavy Metal Seite (siehe Screams, Double-Bass-Drum und Gitarrensoli) überwiegt eindeutig.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (08.09.2020)

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