JUPITERIAN - Protosapien

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VÖ: 11.09.2020
Bandinfo: JUPITERIAN
Genre: Death/Doom Metal
Label: Transcending Obscurity
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

JUPITERIAN - Death/Doom/Sludge-Metal aus São Paulo, Brasilien - erdrückend beängstigende Matschepampe für Fans von EREMIT, GAEREA, DEATHSPELL OMEGA, uvm. In schwarze Roben gehüllte Protagonisten, knochenverzierter Halsschmuck, Nacht, Tod und Nebel. Ein güldener Schädel, lotrecht aufgebahrt, von Spinnweben umschlungen, inmitten majestätisch schwarzer Leere. Vielversprechende Begleitinfos und ein künstlerisch ansprechendes Artwork für "Protosapien", das dritte Album besagter Band.

Ganz den sich hieraus ableitenden Vorstellungen entsprechend geht es auf dem neuen (Langsam-)Dreher düster und gruselig zu. Das eröffnende Zweigespann aus dem Intro "Homecoming" und "Mere Humans" steigt direkt tief hinab in den miefigen Keller von Spuk und Horror und schürt die Erwartung an ein nahendes Schauderereignis. Die kühle und bedrohliche Atmosphäre des Intros ist zu vergleichen mit dem vorsichtigen Schleichen auf knarzenden Holzbohlen, hinab in die Höhle der Bestie, hinab ins Verderben. Der Spannungsbogen funktioniert und "Mere Humans" erweist sich mit guten Riffs und einnehmendem Ambiente als potenter Auftakt - auch wenn die Nummer in den ersten Takten mehr oder weniger undezent an BEHEMOTHs "Ov Fire And The Void" erinnert.

Der Hörer ist gefangen und fokussiert, der Motor dreht in nur fünf Minuten von null auf hundert [und das ist tatsächlich schnell - wir sind hier immer noch im Doom Metal], Großes scheint bevorzustehen. Doch leider - und das tut mir nach den ersten Songs wirklich leid - dissipiert die Spannung, die mit dem gelungenen Einstieg so überzeugend aufgebaut wurde, wieder rapide und hinterlässt karge Landschaften von eintöniger Repitition. Die Songs haben zwar allesamt ihre Stärken und Trümpfe, können aber unterm Strich nicht mehr an "Mere Humans" als stärksten Song der Platte anknüpfen. Aber immerhin - und das muss man fairerweise auch betonen - hinken besonders die letzten beiden Stücke "Starless" und "Earthling Bloodline" eher um Nasenlängen als meilenweit hinter dem Album-Platzhirsch hinterher.

Schade - der spannende Auftakt der Scheibe weckt Begehrlichkeiten, die der Rest des Albums nicht befriedigen kann. Dabei hätte man mit etwas weniger glitschiger Repitition und mehr kompositorischen Widerhaken mehr aus "Protosapien" rausholen können. Man sollte dies nicht als generelle Kritik an repetitiver Kunst missdeuten - auch in Endlosschleife komponierte Musik kann einnehmend und fesselnd sein...JUPITERIANs Labelkollegen EREMIT haben es jüngst bewiesen. Was zählt ist Wirkung, Spannung und Emotion, das Einfangen des Hörers, der wie auch immer gerartete Grund, aus dem man am Ball bleiben und im günstigsten Fall erneut die Play-Taste drücken will. Auch "Protosapien" verfügt über dieses magische Moment - nur leider nicht oft genug, um über den gehobenen Durchschnitt hinauszukommen.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (09.09.2020)

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