EURAGO ARKTUR - The Maze of Faith

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VÖ: 00.00.2020
Bandinfo: EURAGO ARKTUR
Genre: Progressive Metal
Label: PlayDivision
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Was passiert, wenn man Klassik, Jazz und eine ordentliche Prise an kräftigen Gitarrenriffs in einen Topf mit Progressive Metal wirft? Das werden sich auch die vier Mitglieder von EURAGO ARKTUR gefragt haben und sie führten ihre verschiedenen musikalischen Erfahrungen zu eben diesem sehr diversen Projekt zusammen. Das Debütalbum "The Maze of Faith" zeigt auf jeden Fall, dass es sich lohnt die Gruppe auch in Zukunft im Auge zu behalten.

Das Thema des Albums liegt also auf der Hand. Eine Reise durch einen musikalischen und auch lyrischen Irrgarten. Die Platte beginnt mit dem Song "Eden" wie auch die menschliche Geschichte in der Bibel an diesem Ort ihren Anfang hat. Schon hier wechselt der Stil von harten eingängigen Riffs über melodische Gitarrensoli zu einem Piano, welches dem Song im Refrain seine Härte nimmt, aber sich doch nahtlos einfügt. Es folgt das Stück "Awakening" welches sich direkt an die Geschichte des Paradieses anschließt und auf die Erkenntnis verweist, die der Mensch erlangt, der sein prompter Sturz aus dem Garten Eden folgt. Passend dazu kommt der Track "Fall" daher. Hier zeigt die Band ihre ganze musikalische Bandbreite. Man fühlt sich fast selbst wie in einem Labyrinth und immer wenn man glaubt den Song entschlüsselt zu haben, tut sich eine weitere stilistische Weggabelung auf. Die klassischen Elemente lassen den Hörer oder die Hörerin glauben man befinde sich mitten in einer Oper, bis die Gitarre fast schon einen neuen Akt ankündigt. Auch die textliche Ebene fügt sich in das teils doch etwas wirre Musikkonstrukt ein und erzählt die Geschichte eines leidgebeutelten Mannes, der sich wohl ebenso in einem seelischen Labyrinth befindet. 

Nicht nur die Stilelemente sind unzählig, nein, EURAGO ARKTUR bedient sich auch einer Myriade an Instrumenten. So ist auf dem Stück "Sanity" nicht nur ein schon erwähntes Piano zu hören, auch ein Cembalo macht durch seine spitzen Klänge am Anfang und zum Ende des Songs auf sich aufmerksam. Auffallend ist dabei, dass die Gitarrensoli das ein ums andere Mal zwar sehr ähnlich klingen, jeder Song sich aber dennoch durch den Einsatz eines charakteristischen Instrumentes von dem Anderen abhebt. Ebenso ist auch der Sänger Peter Danilov bemüht alle Facetten seiner Stimme zu zeigen, von tiefen Growls bishin zu einigen Variationen seiner Cleanvocals. 

Während "Questions" und "Fractures" das Bild des gepeinigten Mannes, der sich in seiner Psyche verirrt noch weiterführen, spiegelt auch der letzte Song des Albums "Revelation" diese schwere Thematik durch ein langsames und tief düsteres Gitarrenspiel wieder. Doch auch hier ist die Abwechslung und der Stilbruch nicht weit. Fast wie in einer bipolare Phase reichen sich hier melancholische und wütende Klänge die Hand. 

EURAGO ARKTUR schaffen es gerade in den längeren Stücken des Albums sehr geschickt die verschiedenen Stilebenen ihrer Musik miteinander zu verflechten, doch vor allem in den etwas kürzeren Songs fällt auf, dass die Übergänge durchaus etwas unorganisch, irgendwie abgehackt wirken. Zudem scheint sich nicht nur der Hörer teilweise wie in einem Labyrinth zu fühlen, auch die Musiker vermitteln das Gefühl manchmal nicht zu wissen, welche musikalische Abzweigung sie jetzt zu ihrem Ziel führt. Nichtsdestotrotz bleibt die Platte auch nach mehrmaligem Hören interessant und vor allem macht sie Lust auf mehr. Wen also abrupte Tempi- und Stilwechsel nicht stören und wer vielleicht einem kleinen Geheimtipp für die Zukunft nicht abgeneigt ist, den wird das Album durchaus für sich gewinnen können. 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Joel Feldkamp (31.08.2020)

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