HYMN - Breach Us

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VÖ: 28.08.2020
Bandinfo: HYMN
Genre: Sludge Metal
Label: Fysisk Format
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Lineup  |  Trackliste

Für Genrekenner sind die beiden Norweger Markus Støle und Ole Rokseth sicher keine Unbekannten. Wer nicht ihr ehemaliges Projekt TOMBSTONES kennt, der ist zumindest über SÂVER schon einmal gestolpert. Oder eben über HYMN, die mit "Breach US" ihr zweites Full-Length-Album schon Ende August an den Start schickten. Das Album bietet vier Songs auf gut 38 Minuten Spielzeit und ist bei dem Oslo-er Label Fysisk Format erschienen.

Dass es sich bei den Jungs um ein eingespieltes Team handelt, ist von Beginn an kaum zu überhören, die besondere Magie einer Zwei-Mann-Band, wenn man es so nennen mag, macht einen Teil des Reizes aus. Man spürt an allen Ecken und Enden, dass hier zwei begnadete Musiker, die ausgesprochen gern miteinander ihrer Leidenschaft nachgehen, aufeinandertreffen. Bewusst hat man sich entschieden, intensive Musik für zwei Instrumente zu machen, sodass die Songs auch live ohne Gastmusiker zu spielen sind, und das gelingt hier ausgezeichnet. Zudem beweisen HYMN, dass es auch zu zweit kein Problem ist, einen richtig fetten Sound zu erschaffen!

Gleich vorweg - Seite A und B unterscheiden sich deutlich voneinander. Die ersten beiden Titel "Breach Us" und "Exit Through Fire" sind sehr energiegeladen und komplex und mit teils, für Sludge, sehr forschem Tempo dargeboten. Die variationsarmen Screams sind mir bei diesen beiden Songs insgesamt etwas zu monoton, dafür wird an den Instrumenten einiges an Abwechslung geboten. Überall zwischendrin finden sich Finessen, Tempovariationen oder Taktspielerein, die einen interessiert und aufmerksam halten. Entspanntes Easy-Listening darf man sich aber hier definitiv nicht erwarten, HYMN haben für Seite A die Brechstange ausgepackt. Ich für meinen Teil liebe vor allem  das (und das gilt für das ganze Album) kreative Drumming besonders.

Auf Seite B wird es über weite Strecken ruhiger, düsterer und atmosphärischer. Man findet sich im Sludge-Spektrum auf der Skala zwischen Doom und Hardcore nun näher beim Doom wieder, auf Seite A war es genau umgekehrt. Ich persönlich finde, dass die wuchtigen, langsamen Parts der Band besser zu Gesicht stehen, aber ich bin auch ein Fan von Langsamkeit, so ganz allgemein. Zu meiner Überraschung gibt es beim Track "Crimson" sogar clean Vocals zu hören und auch der letzte, über 14 Minuten lange Titel "Can I Carry You", grenzt sich nochmal deutlich vom Rest ab, hierfür hat man sich sogar zeitweise eine Frauenstimme geliehen.

Stilistisch würde ich die Band insgesamt als progressive Sludge mit einer guten Portion Hardcore einordnen. Hörbar sind Einflüsse aus verwandten Genres wie zum Beispiel Noise Rock oder Post-Rock und anderen Doom-Stilrichtungen durchaus, der ganz eigene Stil von HYMN ist dennoch unverkennbar. 

Für ein ganzes Album in "Seite B-Marnier" würde ich definitiv fünf Punkte vergeben, auf Seite A bin ich aber nicht wirklich hängen geblieben. Leider hat mich das Vorgängeralbum "Perish" ein bisschen mehr gefesselt, aber nichts desto trotz ist auch "Breach Us" ein hörenswertes, sehr rotziges und schweres Werk mit vielen Höhepunkten und spannenden Passagen. 

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Marlene Krempl (04.03.2021)

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