OCEANS OF SLUMBER - Oceans Of Slumber

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VÖ: 04.09.2020
Bandinfo: OCEANS OF SLUMBER
Genre: Progressive Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

OCEANS OF SLUMBER die Vierte. Nachdem der Vorgänger "The Banished Heart" aus dem Jahr 2018 mir in weiten Teilen auf der instrumentalen Seite doch zu verschroben und zu schräg gewesen ist und damit meine unbestrittene Begeisterung über Cammies Gesangsleistung immer wieder beeinträchtig hatte, war ich sehr gespannt und auch etwas besorgt, ob diese Linie auf dem aktuellen Output "Oceans Of Slumber" weiter verfolgt wird. Nun, eins kann ich vorab schon sagen, der neueste Longplayer des Sextetts aus Houston, Texas, ist musikalisch zumindest etwas runder geworden. Grund zum vorbehaltlosen Jubeln besteht deswegen jedoch nicht.

Wirklich einfach machen es die Amis dem Hörer auf ihrem vierten, selbstbetitelten Studioalbum nämlich trotzdem nicht. Denn neben traumhaft schönen, von Cammie überragend interpretierten Stücken wie "To The Sea" (absolutes Albumhighlight!!!), "Pray For Fire" oder "A Return To The Earth Below" gibt es auch Nummern (u.a. "Total Failure Apparatus", "The Adorned Fathomless Creation"), deren "progressive" Sperrigkeit und die massiven Qualtitätsunterschiede zwischen Cammies Gesang und den eher zweitklassig wirkenden Growls den ungetrübten Hörgenuß immer wieder unterbrechen oder phasenweise ganz verhindern.

Dass der Male/Female Wechselgesang auch funktionieren kann, zeigt "The Colours Of Grace", ein Titel, der allerdings in den männlichen Parts keine Growls, sondern sehr gelungenen Klargesang enthält.

Weiterhin stellt sich die Frage, ob es die zwei rein instrumentalen Stücke "Imperfect Divinity" und "September (Those Who Come Before)" wirklich gebraucht hätte. Beide Nummern plätschern doch sehr unambitioniert und langweilig dahin und wirken dadurch wie unnötiger Füllstoff, auf den OCEANS OF SLUMBER bei einer Gesamtlaufzeit des Albums von über 71 Minuten auch gut und gerne hätten verzichten können.

Neben dem musikalischen Höhepunkt "To The Sea" ist das wundervolle Cover von Giannis Nakos ein zusätzliches optisches Highlight. Und auch die Produktion von Altmeister Dan Swanö ist über jeden Zweifel erhaben. Auch das TYPE O Cover kann überzeugen und lässt erahnen, wie großartig ein Duett mit Cammie und Pete gewesen hätte sein können!

 

Fazit:

 

"Oceans Of Slumer" ist etwas zugänglicher geworden als der Vorgänger, krankt jedoch ebenso wie "The Banished Heart" an Passagen oder ganzen Songs, die sich nicht harmonisch ins Gesamtgefüge des Albums einpassen. Dazu muß man auch ehrlicherweise sagen, dass der exzellente Gesang von Cammie Gilbert gut zwei Drittel der Qualität der amerikanischen Prog/Doom/Deather ausmacht. Ohne ihre Sängerin, wäre die Band nicht mal halb so gut. Und so retten Cammies vokale Leistung, der grandiose Song "To The Sea" und das fantastische Cover den aktuellen Longplayer von OCEANS OF SLUMBER knapp über den Durchschnitt. Schade, denn da wäre deutlich mehr drin gewesen.

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (03.09.2020)

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