DARKENED - Kingdom of Decay

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VÖ: 11.09.2020
Bandinfo: DARKENED
Genre: Death Metal
Label: Edged Circle Productions
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Kurzer Blick auf den Waschzettel des Labels und aufgrund der Info über die internationale Zusammensetzung von DARKENED war mein erster Gedanke zwangsläufig: "...och nee, nicht schon wieder 'ne neue Supergroup...".

Doch bereits nach einem kompletten Durchlauf von "Kingdom Of Decay" musste ich (zum Glück) mein Vorurteil revidieren. Der mit negativem Beigeschmack behaftete Begriff "Supergroup" trifft es dann doch nicht. Vielmehr haben sich vier alte und verdiente Hasen aus dem Death Metal Geschäft zusammengetan und die Essenzen ihrer unterschiedlichen musikalischen Vergangenheit in einen Topf geworfen, kräftig umgerührt und auf starker Flamme zu einem äußerst leckeren Gebräu eingekocht. Herausgekommen ist dabei sozusagen ein konzentrierter todesmetallischer Bratenfonds, der nur aus den erlesensten Zutaten besteht. Große Namen wie GRAVE und DISMEMBER (Tobias Cristiansson), BOLT THROWER und MEMORIAM (Andy Whale) oder A CANOROUS QUINTET (Linus Nirbrant) zeigen unmissverständlich die Richtung an, die DARKENED auf ihrem Debüt einschlagen.

Das knapp einminütige Intro tönt trotz - oder vielleicht gerade wegen (?) - der akustischen Gitarren düster-schaurig aus den Boxen. Doch diese Einführung währt, wie geschrieben, nur kurz, dann gehen DARKENED mit "Dead Body Divination" sofort in die Vollen und schon nach kurzer Zeit ist glasklar, was den Hörer auf "Kingdom Of Decay" erwartet: dezent melodischer Elchtod mit britisch-brachialer Bolzenwerfer-Schlagseite! Dabei wird man nicht nur aufgrund der ausdrucksstarken und äußerst eindrucksvollen Growls von Gord Olson hin und wieder an AMON AMARTH erinnert.

Und ob sich im Folgenden die Songs auch mal straighter und etwas aggressiver ("1000 Years", "Pandemonium", "Of Unsound Mind") oder schleppenderweise mit unüberhörbaren ASPHYX-Anleihen ("Cage Of Flesh", "The Old Ones") präsentieren, jedes der neun Stücke (Intro und Outro nicht mitgerechnet) wird von hervorragenden Gitarrensoli aufgewertet. Abwechslung ist also zu 100 % garantiert.

Die drei Highlights der Langrille sind für mich ganz klar "Dead Body Divination", "The Burning" und "Kingdom Of Decay", die durch das zusätzliche Quäntchen an Melodie (das in etwa auf dem Level alter AT THE GATES Scheiben angesiedelt ist) zusätzlich punkten, wobei der Titeltrack noch einmal besonders hervorsticht.

Richtig rund wird das Debüt durch den mehr als überzeugenden Sound, den Dan Swanö in seinem berühmten Unisound-Studio im schwedischen Örebro, wie nicht anderes zu erwarten, erstklassig gemastert hat. Dazu kommt das einfach nur grandiose Cover Artwork von Juanjo Castellano, das für mich der Auslöser gewesen ist, "Kingdom Of Decay" zu rezensieren, denn ein Album mit so einem Kunstwerk auf der Front kann gar nicht schlecht sein!

Fazit:

Mit "Kingdom Of Decay" präsentieren uns DARKENED nach ihrer EP "Into the Blackness" aus dem Vorjahr ein bockstarkes Debüt und schaffen aus vielen bekannten, aber erlesenen Zutaten einen superben (Melodic) Death Metal Longplayer schwedisch-britischer Prägung. Nach mittlerweile gut zwei Dutzend Durchläufen wage ich dem Album auch eine ausgezeichnete Langzeitwirkung ohne Abnutzungserscheinen zu prognostizieren, sodass von meiner Seite dem interessierten Leser dieser Zeilen ein ungetrübtes, genussvolles Hörerlebnis garantiert werden kann.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (09.09.2020)

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