MONOATOMIC GOD - Astronaut Witch Bootcamp

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VÖ: 18.08.2020
Bandinfo: MONOATOMIC GOD
Genre: Doom Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Die Straßburger MONOATOMIC GOD machen mit "Astronaut Witch Bootcamp" vieles richtig. Ihre 3-Track EP weist ein schönes Covermotiv und abwechslungsreichen female fronted mid tempo Doom auf, ist genügsam in der Ausführung und wurde nicht unnötig aufgebauscht, wo es an Materie fehlt. "Effroyable Sphère" groovt erst einmal voran und erreicht sogar eine dünne magische Sphäre. "Funeral Orbiter" startet sodann direkt mit ausgeprägteren wundersamen Klängen durch und "A Graveside Story" liefert zum Schluss Dichte und somit das nötige Gewicht, was auf dem Papier erst einmal alles sehr gut aussieht... aber irgendwie funzt das Ganze nicht so wie es sollte. Sicherlich ist es eine Eigenproduktion und muss deshalb ohne große Mittel und flinke Finger erfahrener Producer auskommen, und das gilt es zu honorieren. Trotzdem stört der Mix. Die leicht schrille Stimme Laetitia Convertinis hätte man dämpfen, ein wenig nach hinten versetzen, einen Hauch leiser drehen sollen. Den Wunsch danach hat aber nicht das mangelde Können der Frontfrau erweckt, sondern steht im Zeichen einer größeren Harmonie. Bestimmte Passagen können nämlich beim kurzen Reinhören den Eindruck erwecken, man lausche der Garagenaufnahme einer Rockabilly-Fun-Punk Crew. Doom lebt von der Atmosphäre und wenn diese nicht stimmt, gestaltet sich der Genuss am Untergang schwierig. Dass die EP dann mit drei Songs relativ kurz ausfällt ist auch ein Dilemma, denn einerseits räumt man so dem unvorteilhaften Mix nicht den Raum ein zu nerven, aber andererseits hätte ein zusätzliches schweres, instrumentales Outro eine besänftigende Wirkung gehabt.

"Astronaut Witch Bootcamp" ist ein kleiner Strauß, der einen guten Platz in der Ecke findet, aber damit das nächste Gesteck sich richtig setzen kann, sollte es gestutzt daherkommen und enger gebunden sein. Die Indizien weisen darauf hin, dass MONOATOMIC GOD ein klein wenig Zeit brauchen, um sich zu entfalten und dann den Sack mit größerer Punktzahl einzuheimsen. Als erstes Release dennoch solide Arbeit.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Daniel Hadrovic (23.08.2020)

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