SATURN'S HUSK - The Conduit

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VÖ: 18.08.2020
Bandinfo: SATURN'S HUSK
Genre: Psychedelic Rock
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Heute machen alle Stormbringer Redakteure einen Ausflug ins Planetarium! Der Chef hat vorab allen eine Deutsche Mark in die Hand gedrückt, damit sie sich bei der Hitze noch ein Eis kaufen können! Außerdem schleppt er so einen großen Rucksack mit sich rum - ich glaube, er will sie hinterher noch mit einem selbstgemachten Pfirsicheistee überraschen. Ja, ja, ihr habt es schon gemerkt, zuerst sage ich, "alle" Redakteure würden einen Ausflug machen und dann sprechen ich von ihnen, statt von uns. Ich durfte wieder einmal nicht mit - angeblich bin ich an der Reihe, die Wassertanks aller 96 Luftentfeuchter zu leeren. aber in Wirklichkeit sind sie sauer auf mich, weil ich meine Lottospielrechnungen mit dem Kaffeekasseninhalt finanziert habe. Tse... Als hätten wir nicht alle was davon, wenn ich Millionär würde! Was solls, es handelt sich ja nur um ein Planetarium, keine Sternwarte. Sollen sie sich die Projektionen angucken und glücklich werden. Da kann ich mir auch ein Poster an die Wand hängen und es anglotzen. Ha! Das mache ich jetzt auch. Nehmen wir doch mal... äh... Ich habe gar kein schönes Poster hier...  Neidisch auf die anderen bin ich trotzdem nicht! Ich kann mir auch eine schöne CD mit Saturn-Motiv angucken, ist alles gar kein Problem! Hmmm... Was ist das denn für ein riesiger, schwarzer Monolith auf ihm? Ah so, das ist nur auf der dritten Scheibe der "Latvieši" SATURN´S HUSK zu sehen... Ganz schön beeindruckend, aber dann muss auch der Musik-Content stimmen. START!

Death Of Imaginary Lights

Könnte ein Prelude zum KURT STENZEL Soundtrack von Alejandro Jodorowskys gecanceltem DUNE Film sein.

Black Nebula

Klingt ebenso vom oben genannten Soundtrack inspiriert. Dass es diese Meisterklasse nicht erreicht, ist klar. Trotzdem angenehm im Ohr und leicht psychoaktiv.

The Heavenly Ape

Verheißungsvoll, aber dabei bleibt es auch - es erfolgt kein Ausbruch. Nicht schlecht, aber größtenteils unauffällig.

The Ritual

Anfangs dem Vorgängersong nicht unähnlich, aber ab der Hälfte verströmt die Gitarre bedrohlichere Frequenzen.

Spectral Haze

Beginnt sandfarben, nach etwa vier Minuten schleift die Gitarre an den Schneidezähnen und eine E-Orgel ertönt in der Ferne. Mein Favorit.

Mycelium Messiah

Hier scheint mir ein fetzigerer Kurs gefahren zu werden. Geradezu Stoner rockig! Am Ende verschlingt einen der Sandsturm! Nicht schlecht - gar nicht schlecht, Freunde!

City Of The Djinn

Uiuiui... Sind Dschinns, so die deutsche Schreibweise, nicht das Gruseligste seit BRITNEY SPEARS mit halbrasiertem Schädel? Und dann ist es nur ein unscheinbares Rauschen mit einer Länge von 1:15 Minute... Verschenktes Potential.

Sand Barrows

Die erste Hälfte reißt keinen vom Hocker und dann dauert es immer noch, bevor in den letzten drei Minuten zum Fußwippen animiert wird. Ist halt eine genretypische langsame Anfahrt. Im Turbo-Mode aber definitiv gut.

A Shattered Visage

Spaciges Outro mit Sprachfetzen. Trotzdem gut! Und es ist doch immer wieder befriedigend, wenn ein Konzept erahnt werden kann.

SATURN´S HUSK haben mit "The Conduit" eins dieser Alben rausgehauen, für die man gar nicht so leicht eine Zielgruppe findet. Ihre Musik ist in sich absolut stimmig, alles hat Hand und Fuß, aber gigantische Variationen darf man nicht erwarten. Es verhält sich ein wenig wie mit rauem Black Metal: Wer dem Genre nicht zugeneigt ist, kann nicht verstehen, was ein Release besser als ein anderes macht. Man muss sich auf die dargebotenen Sounds selbst einlassen und erspüren, ob sie einem gut tun. SATURN´S HUSK haben meine Aufmerksamkeit mit dem für meinen Geschmack irrsinnig schönen Covermotiv erregt. Mit geschlossenen Augen, von nächtlicher Stille umgeben, habe ich die Sounds der Letten getestet, genossen und nun empfehle ich auch euch, ihnen ein Ohr zu leihen! Ein gutes Album in diesem Nischengenre.

So, jetzt aber SATURN´S HUSK wieder abgehängt und EPICAs "We Will Take You With Us" aufgehängt:

"Simone-Schatz, ich bin zurück vom Saturn!"



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Daniel Hadrovic (22.08.2020)

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