EVOKE - Seeds Of Death

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VÖ: 18.09.2020
Bandinfo: EVOKE
Genre: Speed Metal
Label: Pulverised Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

In der norwegischen Hauptstadt Oslo springt die Speed Metalband EVOKE ins kalte Weihwasser und setzt mit ihren Debüt „Seeds Of Death“ den ersten Meilenstein. Die Hobbysatanisten auf Speed heizen der Hölle ordentlich ein, böse Huldigungen, geschnalzte Basssaiten, dazu ein Offbeat sondergleichen.
Da hat wohl jemand ein Faible für Fischergesänge,  EVOKE klingen, mit ihren dreckigem Sprechgesang und den schnellen Gitarrenriffs, wie der norwegische Nachfolger von CELTIC FROST. Old School Metal zu spielen ist schon lange keine originelle Idee mehr, aber die energische Spielweise der Band bringt die Qualität der Riffs auf ein höheres Level. Lediglich die Stimme von Marchant bewahrt sich, mit seinem Thomas Fischer-ähnlichen Sprechgesangstils, den bekannten Oldschoolsounds.
Wenn man denkt, die Band schaltet keinen Gang zurück wird jedem spätestens ab „Deadly Revenge“ bewusst. Marchants (Gitarre, Gesang) präzise Riffs treten einen pausenlos durch die Gegend, ohne jegliches Mitleid. Die Geschwindigkeit, die die Band vorgibt, macht es dem Bass nicht einfach mithalten zu können, aber Magnus (Bass) hat da keine Probleme. Besonders der schnalzende Klang kommt gut zur Geltung und ist sogar  gegen lautes Gitarrenschreddern gewappnet.
Bei der Geschwindigkeit in „Souls Of The Night“ sollte man im Moshpit lieber nicht stolpern, sonst verpasst man den Neckbreakermoment , gefolgt von einem wilden Solo. Bei der Menge an Speed ist es zu empfehlen generell aufs Gleichgewicht zu achten, der Schlagzeuger Urrustarazu hält einen ständig mit wilden Zwischenspielen auf Trapp.
Alle Dämonen sind gehuldigt worden, jetzt gibt es noch eine satanische Wiedergeburt als Nachtisch, „Satanic Rebirth“ verführt mit einer zuckersüßen Streichermelodie am Anfang, erst danach kommt der ätzende Rotz. Eine gefühlte Minute musste verstreichen, bis die Gitarre giftige Riffs in die Augen spritzt und das Tempo der Band auf Speed Metalniveau in die Höhe treibt. Erstaunlich wie harmonisch sich der ruhige Streicherklang zu so einem ekligen Monstersound entwickelt hat, in jedem harten Riff erkennt man einen Teil der Melodie zu Beginn wieder.
Rohes Geschreddere ist im Speed Metal keine Seltenheit, aber kombiniert mit dreckigen Gesängen, kann das Lied noch um eine Spur versüßen. EVOKEs Sänger und Gitarrist Marchant hat seine Stärken gut ausgespielt und gibt den richtigen Ton an, die Thematik ist jedoch ein alter Hut. Dämonenanhimmeln ist nichts Neues, und trotzdem immer noch beliebt, solange die Metalcommunity nicht genug von Satans Geschichten hat, kann EVOKE mit ihren Songtexten nichts falsch machen.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (13.09.2020)

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