VANISHING POINT - Dead Elysium

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VÖ: 28.08.2020
Bandinfo: VANISHING POINT
Genre: Progressive Melodic Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Es gibt Alben, auf die wartet man gerne, auch wenn's mal länger dauert. So wie bei den Australiern VANISHING POINT, bei denen man satte sechs Jahre auf einen neuen Output warten musste (die Re-Releases von „Tangled in Dream“ und „Embrace the Silence“ 2017 zählen wir mal nicht dazu), seitdem einen kleinen Stormbringer-Schreiberling das Album „Distant Is The Sun“ vollständig vom Hocker haute. Auch sechs Jahre nach Erscheinen fungiert das 2014 erschienen Fünf-Punkte-Geschoss für das Ermessen des Rezensenten noch immer als Referenzwerk für eine wunderbar ausgewogene und doch ansprechend durchschlagende Produktion im Bereich Melodisch-Progressiven Metals – und daran muss sich nun auch der Nachfolger ebenjenes Albums messen: „Dead Elysium“.

Wenig überraschend, ja, gar erhofft, machen VANISHING POINT exakt dort weiter, wo sie bei „Distant Is The Sun“ aufgehört haben. Dass es zwischenzeitlich Umbesetzungen in der Rhythmusfraktion gab, lässt sich hierbei zu keiner Zeit ausmachen, denn schon der Opener und Titeltrack „Dead Elysium“ entführt den Hörer in ein raumgreifendes Universum melodischer Klänge, mit einer gediegenen Portion Symphonik und einer kleinen progressiven Würze. Dazu noch ein packender, lange im Gehör verweilender Refrain – und fertig ist der erste Ohrwurm der Platte. Und zu diesem gesellen sich dann noch eine große Menge weiterer haltbarer Melodien und Refrains, die sich vor allem in den im Gedächtnis bleibenden Gesangslinien manifestieren. Egal ob es sich hierbei um flotte, gar energische Titel wie „To The Wolves“ handelt, oder um hymnische, fast ein wenig Balladeske Songs wie „Salvus“.

Am stärksten sind VANISHING POINT dabei immer wieder, wenn sie mit gekonnter Hand raumgreifende Melodien, eine gediegene Portion Härte und progressive Strukturen vermischen, wie im großartigen „Free“, das die Essenz des gewachsenen, bandeigenen Sounds am besten transportiert. Einzig das direkt danach folgende „Recreate The Impossible“ bleibt trotz seiner symphonischen Schlagseite deutlich hinter seinem übermächtigen Vorgänger zurück, was vielleicht auch der vertrackten Rhythmik des Titels geschuldet ist. Doch dafür feuern die Australier mit den beiden epischen Brechern „Shadow World“ und „The Healing“ noch einmal aus allen Rohren, ehe das düstere „The Ocean“ mit seinen wahnsinnig intensiven und emotionalen Vocals dem Album  das wohlverdiente Krönchen aufsetzt.

Sowohl vom Songwriting als auch von der musikalischen Leistung her, die mit wunderbaren Akzenten glänzen kann, präsentiert sich „Dead Elysium“ um keinen Deut schlechter als der Vorgänger „Distant Is The Sun“. Auch der im Vergleich zum letzten Album etwas angehobene symphonische Anteil weiß zu gefallen, da er die erhabenen Kompositionen von VANISHING POINT äußerst wohlwollend unterstützt. Lediglich bei der Produktion, die leider nicht so ganz den Biss und die Klarheit der Großtat von 2014 erreicht, muss man kleine Abstriche machen. So reicht es für „Dead Elysium“ nicht ganz bis zur Höchstnote, aber eines der absoluten melodischen Highlights des Jahres liefern die Australier fraglos ab!

 

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (24.08.2020)

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