AHAB - Live Prey

Artikel-Bild
VÖ: 26.06.2020
Bandinfo: AHAB
Genre: Doom Metal
Label: Napalm Records
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Endlich ist es wieder soweit, der Funeral Doomgigant AHAB liefert neuen Stoff für die Metalcommunity. Drei Jahre sind verstrichen, bis die spontane Eingebung eines Livealbums namens "Live Prey" realisiert wurde - Gründe, warum es so lange gedauert hat, gibt es genug.

AHABs Debüt "The Call Of The Wretched Sea" eroberte 2006 die Doomherzen im Sturm, die Kritiken fielen zugunsten der Band aus und bestärkten die Metalcommunity in ihrer Meinung. Dass davon sogar eine Liveaufnahme existiert, hat Althammer (Schlagzeug) durch reinen Zufall erfahren, die Idee das Material zu verwenden, ist im Gespräch mit Jacob (vom Label Low Fidelity Assault) entstanden. Napalm Records ist hellhörig geworden und hat zum Albumtape ein Digipak vorgeschlagen, bis dahin ist alles ziemlich flott über die Bühne gegangen. Zu schön um wahr zu sein, in der Liveaufnahme  ist der Bass grausig, was die Band damals nicht gerade fröhlich stimmte und , im Endeffekt, monatelange Nachbearbeitung für das Tonstudio dieTonmeisterei bedeutete.

Noch dazu wollte AHAB das Projekt nicht so stehen lassen, also entschloss sie sich ein Livevideo aus verschiedenen Aufnahmen zusammenzuschneiden, was sich ebenfalls in die Länge zog.
Schluss mit Backgroundinfos, der Weg zur Produktion war zeitraubend, nur warum betrieb AHAB fürs Livealbum so einen Aufwand? Nun ja, in der Coronazeit kommt man sich blöd vor, vor dem Monitor zu hocken und einsam sein Bierchen zu trinken, während deine Lieblingsband live vor der Kamera herumhopst. (Wenn noch die Katze auf den PC-Tisch springt und einen anrempelt, ist es fast wie im Moshpit, nur flauschiger.) Das Livealbum "Live Prey" hingegen ruft nostalgische Gefühle hervor, vielleicht zählt man sogar zu den Glücklichen, die 2017 beim Konzert dabei waren, und man genießt es umso mehr. Möglicherweise ist die Erinnerung, dabei gewesen zu sein, realer als Livestreams zu gucken, wer weiß.

Drei Jahre sind schon eine lange Zeit, um ein Livealbum aus dem Boden zu stampfen, betrachtet man die Hintergrundgeschichte dazu, ist die Wartezeit jedoch verständlich. Ob AHAB - bewusst oder unbewusst - vorhatte, „Live Prey“ im Coronasommerloch zu veröffentlichen, sei mal dahingestellt – so oder so – der Zeitpunkt ist jedenfalls ideal. Ein neues Studioalbum wäre schon wünschenswert, aber, neben etlichen Livestreams, ist "Live Prey" eine Abwechslung, die einen in guten Erinnerungen schwelgen lässt.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (13.08.2020)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Enslaved - Utgard
ANZEIGE