LIONHEART - The Reality Of Miracles

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VÖ: 31.07.2020
Bandinfo: LIONHEART
Genre: Hard Rock
Label: AOR Heaven
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Lineup  |  Trackliste

LIONHEART aus dem Vereinigten Königreich (nicht zu verwechseln mit der amerikanischen Hardcore-Truppe) sind ein Konglomerat aus gestandenen Muckern. Dennis Stratton war Axeman bei IRON MAIDEN, Steve Mann bei MSG, Trommelwirbler Clive Edwards bei UFO und Lee Small kennt man von SHY. Eine wahre Promitruppe, die in wechselnder Besetzung bereits seit den Achtzigern unterwegs ist aber mit "The Reality of Miracles" erst ihre dritte Scheibe auf den Markt bringt.

Die CD erscheint auf dem AOR-Heaven-Label und damit sollte klar sein was einen erwartet. Härtere Töne sind eher in der Minderzahl, es gibt geschmeidigen Melodic-Rock für die Öhrchen.

Nach einem kurzen Intro kommt das majestätische "Thine Is The Kingdom" sehr gewaltig aus den Lautsprechern, Bombast-AOR der höchsten Güteklasse. Das etwas schnellere "High Plains Drifter" ist ebenfalls ein klasse Song mit toller Hookline, AOR-Fans werden dahinschmelzen. Der Titelsong ist eher balladesk gehalten und vielleicht dann doch eine Spur zu aalglatt produziert.

"Five Tribes" überrascht  mit härteren Gitarrenklängen, fast schon ein Stilbruch zu den ersten Stücken. Die Keyboards werden hier fast komplett zurückgefahren, der Gesang erinnert etwas an Bruce Dickinson. Eine schöne und etwas härtere Uptempo Nummer.

Danach ist Zeit für die Piano-Ballade. "Behind The Wall" steigert sich zum Chorus hin zu einer schönen Bombast-Nummer. Die Jungs haben wirklich ein sehr gutes Händchen für einprägsame Melodien und gute Hooklines. Könnte auch auf einer älteren MSG- Scheibe stehen. 

Das mit herrlich melodischen Gitarren-Läufen begleitete sehr smoothe "All I Want is You" kann man ebenso auf der Habenseite abhaken wie das erneut mit einem hervorragenden Refrain ausgestattete "Windows", welches wieder ein paar (für AOR-Verhältnisse) härtere Gitarrensounds auffährt. Hohes Niveau allerorten.

"Kingdom Of The East" beginnt standesgemäß mit einem asiatisch klingenden Intro, bevor der Song sich zu einer Hymne mit herrlich pumpendem Bass entwickelt. Nice!

"Outlaws Of The Western World" strapaziert das Strickmuster dann aber doch etwas, eine Nummer, welche eher in die Kategorie "Nett" passen würde. Das hitverdächtige "Overdrive" macht den leichten Qualitätsabfall aber gleich wieder vergessen. Ein Track wie dieser wäre in den Achtzigern in den Rockdissen (gibt es sowas überhaupt noch?) rauf- und runtergelaufen.

Die beiden Abschlussnummern, das pompöse "The First Man" sowie das balladeske "Still It Rains On Planet Earth" (hier mit ein paar QUEEN-Anklängen vor allem von der Gitarre her) sind ebenfalls nicht von schlechten Eltern und sorgen dafür, dass "The Reaility Of Miracles" als positive Überraschung im immer unübersichtlicheren Melodicrock-Dschungel  durchgeht und locker vier Punkte wert ist. Genre-Fans wissen was zu tun ist.

                      



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (22.08.2020)

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