MOONSPELL - The Butterfly Effect

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VÖ: 07.08.2020
Bandinfo: MOONSPELL
Genre: Dark Metal
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste

MOONSPELL sind dabei, mehr als nur ein Album wieder zu veröffentlichen. Nach "Sin/Pecado", das im Dezember 2019 zum zweiten Mal das Licht der Welt erblickte, und das die Gothic bzw. Dark Rock Richtung der Band zeigt, kommt nach 21 Jahren die Wiederveröffentlichung von "The Butterfly Effect". Das 1999 erschienene Album läutete eine neue Phase der portugiesischen Band ein. Die Gothic Elemente dominieren noch immer, aber es gibt viele Stilmixe auf diesem progressiven Album.

In einem kreativen Prozess wurde ein vielschichtiger experimenteller Weg begangen. Der Industrial Sound fand Einzug, die tiefer gestimmten Gitarren und der Synthie Anstrich wirken beklemmend und geisterhaft, Aggressionen werden einem beim Gesang entgegengeworfen, und stehen im Kontrast zur bedrohlich ruhigen Stimmung. Extreme werden ausgereizt, wobei mit Extremen nicht unbedingt laut und besonders hart gemeint sind, sondern vielmehr Jazz/Fusion, britischer Rock oder Punk. Hie und da glaubt man, IGGY POP zu hören oder THE DOORS. Mag vielleicht daran liegen, dass das Album damals bei den Briten aufgenommen wurde.

Diese Wechsel, die vom Fan viel Flexibilität abverlangen, aber für Musikfeinspitze Gustostückerl sind, spielen sich sowohl von Song zu Song als auch innerhalb eines Stückes ab. Optisch wurde dies natürlich auch umgesetzt. Das Video zu "Butterfly FX" zum Beispiel war mit seinen markanten Szenen ein Meilenstein bei den Fans und blieb viele Jahre in Erinnerung.

Wer sich in dieses nicht alltägliche Werk reinhören will, dem sind Songs wie das jazzige "Can't Bee" oder die Groove-Growling Mischung "Solitary Vice" zu empfehlen. Das ist was völlig anderes, als man von MOONSPELL gewohnt ist.

Wer lieber den typischen Sound der Band sucht, der sollte eher bei "Lustmord" oder "Soulsick" bleiben.

"Mutig und kontrastreich" - das ist einer der beschreibenden Kommentare auf den mir vorliegenden Unterlagen. Ja, genau das war und ist es. Auch nach 21 Jahren ist noch immer dieser spezielle Knackpunkt da und ist der Weg der unterschiedlichen Genres auf einem Album eine machbare und interessante Sache. Insofern eine gute Gelegenheit, sich durch die Wiederveröffentlichung mit diesem kontrastreichen Werk auseinanderzusetzen.

Was gibt es noch zu sagen: das Re-Release beinhaltet zwei neue Remixe, ein alternatives Cover- und Bookletartwork sowie den Ausschnitt Butterfly FX aus der offiziellen Bandbiografie “Wolves Who Were Men”.



Ohne Bewertung
Autor: Lady Cat (12.08.2020)

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