NOCTEM AETERNUS - Landscape Of Discord

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VÖ: 02.07.2020
Bandinfo: NOCTEM AETERNUS
Genre: Atmospheric Black Metal
Label: Naturmacht Productions
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Lineup  |  Trackliste

Wer Innovationen sucht - bitte zum nächsten Review wechseln. Wer mit atmosphärisch-epischem, verträumt-melancholischem Black Metal, der das Fahrrad weder zum zweiten, noch zum zwölften Mal neu erfindet, etwas anfangen kann, der (oder die) ist hier goldrichtig! Herr Molina aus Argentina (sorry, der mußte sein!) besser unter dem Pseudonym NOCTEM AETERNUS als musikalisch-vokalistisches Multitalent bekannt, präsentiert uns mit "Landscape Of Discord" das zweite Full Length Album seines Einmann-Projektes.

"Invocation" ist eine dreieinhalbminütige Dark Ambient Nummer, die als Intro fungiert und ganz nett anzuhören ist. Richtig los geht es allerdings mit dem Stück "Those Who Shall Perish", und schon nach den ersten Sekunden kommt dem Hörer der Song ungemein vertraut vor, ohne allerdings speziell auf eine bestimmte Band zu zielen, die man als direkten Vergleich heranziehen könnte. Im Verlauf der weiteren Spielzeit kommen mir in Bezug auf den Gesang die Shouter von EMBRACED und VORDVEN in den Sinn, die musikalische Ausrichtung erinnert immer wieder an VINTERLAND, NAGLFAR zu "Vittra"-Zeiten oder auch hier an EMBRACED auf ihrem Debüt. Dankenswerterweise orientiert sich NOCTEM AETERNUS aber nicht (wirklich), wie man bei der Genrezuordnung vermuten könnte, in Richtung SUMMONING, denn von den Österreichern gibt es nun wahrlich mehr als genug (gute und schlechte) Kopien.

Auch an SOJOURNER und MESARTHIM fühle ich mich zuweilen erinnert, ohne dass jedoch NOCTEM AETERNUS den immensen Abwechslungsreichtum der beiden vorgenannten Bands erreicht. Aber das muß ja auch nicht sein. Denn Ramiro Molina kreiert aus bekannten Versatzstücken einen Sound, der einerseits eigenständig genug ist, um nicht als bloße Kopie durchzugehen, der es andererseits dem Hörer aber auch leicht macht, sich problemlos in die Klangwelt des Argentiniers hineinzufinden. Und Stücke wie "Those Who Shall Perish", "Coming Home Twilight" oder "Solstice In The Dark" bauen als Longtracks eine ungemein epische breite Soundwand auf. Die Gitarrenlinien flirren getragen von Flügeln der Melancholie nur so umher, während das Keyboard die benötigte atmosphärische Dichte in die einzelnen Stücke zaubert. Es ist kein Problem, sich in der knappen Stunde, die "Landscape Of Discord" lang ist, so richtig in der Musik zu verlieren und nach den letzten Klängen gleich noch mal von vorn zu beginnen.

 

Fazit:

 

Es ist erfreulich, dass Naturmacht Productions sich des Projektes von Ramiro Molina angenommen haben. Das zweite Album von NOCTEM AETERNUS bietet erstklassigen Epic Atmospheric Black Metal, der auf vielen vertrauten Komponenten basiert, aber nichtsdestotrotz von vorn bis hinten zu gefallen weiß. Wer seinen Black Metal gern mit viel Melodie und einer ordentlichen Portion Melancholie genießt, kann hier bedenkenlos zugreifen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (23.08.2020)

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