TURN THE COURSE - Grey Skies EP

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VÖ: 28.08.2020
Bandinfo: TURN THE COURSE
Genre: Metalcore
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

"Hört nur! Ich glaube, ich rieche was!", stieß schon 1984 Dr. Raymond Stantz (Dan Aykroyd) in der Blase der Vorahnung watend, die verborgene Kohärenz bald zu erkennen, aus. Ist die Fährte erst einmal aufgenommen, gilt es zu ergründen, ob man dem "Stench of Decay" auf der Fährte ist, oder doch der bewährten "Spice-Melange". (Apropos: Kauft niemals "Spice" am Bahnhof von Typen, nicht selten in Cowboy-Stiefeln und Ledermantel gekleidet, denn ihr bekommt von solchen Vertretern garantiert nicht, wofür euch eure Oma die Moneten mitgegeben hat). Ob nun ein echter Klunker oder ein echter Stinker zutage gefördert wird: Seid euch gewahr, dass El Cheffe seine Stormbringer-Trüffelschweine, welche ihre Rüssel nicht erst seit Erfindung des Wodkas in Bodennähe halten, abermals in die freie Natur hinausgepeitscht hat. Die feine Note ist längst aufgenommen - Musik befindet sich in unmittelbarer Nähe. Die Frage ist nur, ob die Mischung was taugt, oder bringt sie uns etwa den Stench? TURN THE COURSE treten abermals auf den Plan - Keine Unbekannten in den heiligen Stormbringer-Hallen!

"Grey Skies" ist die zweite EP der jungen Metalcorer aus Schweinfurt, die seit dem Vorgänger "No One Can Save Us Now" eine kleine  Veränderung im Bandgefüge durchgemacht haben. Der Wechsel vollzog sich an der Gitarrenfront: Dominik Kimmel ist der neue Mitstreiter, seitdem Baha Kirlidokme die Axt niederlegen musste. Letzterer ist trotz Studium und Arbeitswelt nicht in der Lage, eine 25. Stunde in den Tag zu manifestieren, in der er sich bedingungslos dem Rock hingeben könnte. Dennoch wirken Freundschaft und Musikleidenschaft wie Kleister und so ergänzte im Februar der verlorengeglaubte Baha bei einem Live-Auftritt seine alte Crew. Wie aber äußert sich die neue Situation in der Kreativität?

Die Marschrichtung ähnelt dem Vorgänger! Bereits "A Long Lost Silence" ist junger, motivierter Peitschenhieb-Metal und vermittelt auch ohne Lyric-Analyse politische Linksausrichtung - ob sich das nun bewahrheiten mag oder nicht. "Abandoned" wirkt düsterer, verliert aber nicht den Druck im Kessel, was manch anderen Vertretern des Genres nicht so mühelos gelingt. Der dritte Song auf "Grey Skies" namens "The Sickness" ist in vielerlei Hinsicht eine echte Überraschung. Diese Nummer kommt nämlich mit einem schicken düsterbunten Musikvideo um die Ecke und wir werden zudem Zeuge eines überaus interessanten Features in Form von David Beule, welcher sich in den letzten Jahren mit seiner dem Djent zugeordneten Band VITJA einen Namen gemacht hat, diese aber Ende 2018, Anfang 2019 aus nicht näher beleuchteten Gründen verließ. Während Felix Scheider die tieferen Growls und Shouts im Griff hat, kommen diese umso besser mit Davids cleanen Vocals und Screams zur Geltung. Also wenn bei diesem dynamischen Duo nicht reihenweise die Knie der Mädels weich werden, weiß ich auch nicht. Diese beiden Kehleakrobaten können jedenfalls gerne weiter zusammenarbeiten.

Es folgt das nachdenkliche "Hope", das sich zwei Minuten auf dieser EP einräumt, um feinstes Melancholierauschen zu erzeugen - wenn der letzte Song "Lost In The Deep" eingesetzt hat, war der Übergang so glatt, dass man wie auf Schlittschuhen aus der Produktion getragen wird. Sehr schön. Checkt das Video ab und markiert den 28.08. fett in eurem Kalender: Da erscheint TURN THE COURSEs lohnende Grey Skies EP!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Daniel Hadrovic (24.08.2020)

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