ORBIT CULTURE - Nija

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VÖ: 07.08.2020
Bandinfo: ORBIT CULTURE
Genre: Melodic Death Metal
Label: Seek And Strike
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Lineup  |  Trackliste

Der süd-schwedische Ort Eksjö ist nicht nur eine der wichtigsten Holzarchitektur-Anlaufstellen Schwedens, sondern beheimatet auch die vierköpfige Band ORBIT CULTURE, die ihrerseits gerade auf dem besten Weg ist, einer der wichtigsten Vertreter im Melodic Death Metal-Sektor zu werden. Mit "Nija" erscheint in wenigen Tagen ihr dritter Langspieler - das erste Werk, das nicht in Eigenregie entstand bzw. veröffentlicht wird.

Sprung in die Internationalität

Eine ausgedehnte Tour mit RIVERS OF NIHIL, BLACK CROWN INITIATE und MØL im vergangenen Herbst, Unterzeichnung des ersten Plattenvertrags beim kalifornischen Label Seek & Strike und nun Veröffentlichung des neuen Albums - die harte Arbeit hat sich ausgezahlt und den Fanzuwachs vor allem seit dem letzten Jahr enorm ansteigen lassen. Das Quartett weiß die Erwartungen nach den vorangegangenen starken Veröffentlichungen auch durchaus zu erfüllen. ORBIT CULTURE haben ihren signature sound hörbar weiterentwickelt und auf das Erfolgsrezept einer ausgewogenen Mischung aus Brachialität und Melodie gesetzt. Auch "Nija" besteht aus einem Melodic Death Metal-Gerüst, versehen mit Groove-Pfeilern und Thrash-Einschlag. Frontmann Niklas Karlssons Stimme wird wohl wieder einige an einen jungen James Hetfield erinnern, diesmal mit mehr Abwechslung an cleanen und gutturalen Vocals als noch im Vorgänger "Redfog".

Der Einstiegssong "At The Front" holt den Hörer direkt ab; hier werden ein eingängiger Chorus, treibende Riffs und schnelle Drums geboten. "North Star Of Nij" kommt mit dem gewohnten catchy Groove an den Gitarren daher und auf "Behold" liefern sich ORBIT CULTURE einen rasanten Stimmungsumschwung von ruhig-emotional zu brachial. Mit der thrashigen Single-Auskopplung "Open Eye" erlangte der Vierer zusätzliche Aufmerksamkeit, nicht zuletzt wohl aufgrund der exklusiven Musikvideo-Premiere über Metal Hammer.

Die Hexe als Sinnbild düsterer Zustände der Psyche

Metaphern zu psychischen Problemen - in den Musikvideos verkörpert durch die Hexe - sind auf "Nija" erneut das Thema, das in den Lyrics aufgegriffen und verarbeitet wird. Das bereits erwähnte "Open Eye" befasst sich - man kann es fast vermuten - mit Schlaflosigkeit, "Nensha" ist japanisch und beschreibt die Fähigkeit, Bilder aus dem Gedächtnis auf Oberflächen wie etwa ein Foto zu "brennen". "Rebirth" beschreibt das Auf und Ab mit Angstzuständen und Depressionen. Der Song ist eine Metapher dafür, wie diese Zustände und der stete Wechsel das Leben der Betroffenen beherrschen. In "The Shadowing" läuft eine junge Frau vor ihren Ängsten davon, gefangen in ihrem Kopf. Behandelt wird hier die schwierige Entscheidung, sich den eigenen Dämonen zu stellen und daraus erstarkt hervorzugehen - der einzig heilsame Weg, das Problem mit dem mentalen Abgrund in den Griff zu bekommen. Dieses schon vorab veröffentlichte Triple-Meisterwerk beendet "Nija" schließlich und erzählt quasi in drei Akten eine Geschichte über das Leben mit Angstzuständen und Depression mit ihren vermeintlichen Höhen und sehr realen Tiefen, aber auch der Überwindung dieser. Ein meisterhafter Abschluss eines gelungenen Konzeptalbums mit Gänsehaut-Faktor.

Fazit: Mit "Nija" schaffen ORBIT CULTURE den endgültigen Sprung in größere Bekanntheitsgrade und dürfen gut und gerne als einer der neuen Hoffnungsträger im Melodic/Groove-Sektor gehandelt werden. Man darf sich von den Schweden wohl noch viel Großes erhoffen.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Angelika Oberhofer (03.08.2020)

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