DEFECTED DECAY - Kingdom Of Sin

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VÖ: 31.07.2020
Bandinfo: DEFECTED DECAY
Genre: Death Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

DEFECTED DECAY sind noch nicht lange auf der metallischen Bildfläche vertreten. Die Herren Funke und Padtberg gründeten ihr Death Metal Projekt erst im letzten Jahr. Nebenbei betreiben die beiden auch noch die Death/Thrash Kapelle SUFFERSYSTEM. 

Nach einer knapp einminütigen Einleitung des eröffnenden Titelsongs, ist sofort klar, wohin die Reise auf "Kingdom Of Sin" geht, bzw. wem DEFECTED DECAY auf ihrem Debüt huldigen. BOLT THROWER und ASPHYX triefen tödlich und bleiern aus jeder Pore oder besser Note! Auch wenn die Double Bass in bester Maschinengewehr-Manier fast unaufhörlich ihre Stakkatos abfeuert, gibt es so gut wie kein Geknüppel. Vielmehr walzen sich die einzelnen Stücke entweder im Midtempo oder schleppend wie zähe Lava aus den Boxen ins Gehör. Die Shouts erinnern immer wieder an Karl Willetts, kommen aber noch ein Stück fieser und bösartiger daher. Das passt gut, denn die Lyrics beschäftigen sich mit den Grausamkeiten des zweiten Weltkrieges.

Musikalisch ist alles im grünen Bereich, auch wenn man natürlich das Fahrrad auf "Kindom Of Sin" in keinster Weise zum zweiten Mal erfindet. Aber in den selbst gesteckten Genregrenzen machen Stücke wie "Baptized in Blood", "Sacrilege Of Doom", "Obscured In The Deep" (das sogar mit einer richtigen kleinen Melodie aufwarten kann) und vor allem der persönliche Albumhöhepunkt des Rezensenten, "Exposed In Guts" richtig Laune.

Fazit:

Innovation sucht man auf dem ersten Langeisen von DEFECTED DECAY vergebens. Dafür findet man aber jede Menge herrlich olschoolig daher kriechenden Death Metal nach Bolzenwerfer-Art. Songwriterisch haben die beiden Protagonisten Daniel Funke und Dirk Padtberg ihre Vorbilder genau studiert. Musikalisch macht das Duo seine Sache richtig gut. Bei der Beurteilung des Sounds muß man berücksichtigen, daß es sich bei "Kingdom Of Sins" um eine Eigenproduktion handelt. Deswegen kann man schon mal ein Auge zudrücken, wenn die Double Bass sich hin und wieder etwas zu sehr in den Vordergrund drängelt. Ansonsten ist die Produktion heavy und knochentrocken und sowohl dem Genre als auch dem textlichen Konzept des Albums angemessen. 

Ein klein wenig mehr Eigenständigkeit wäre für die Zukunft wünschenswert, um der Mucke auch wirklich einen eigenen Stempel aufdrücken zu können. Aber allen Fans von BOLT THROWER und ASPHYX sei "Kingdom Of Sin" wärmstens ans Herz gelegt, zumal der geneigte Hörer DEFECTED DECAY für kleines Geld im Bandcamp supporten kann, und dafür eine von verschiedenen, aufwendig gestalteten Editionen das Albums ergattern kann. 

 

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (29.07.2020)

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