MORA PROKAZA - By Chance

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VÖ: 03.07.2020
Bandinfo: MORA PROKAZA
Genre: Avantgarde Metal
Label: Season of Mist Underground Activists
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Lineup  |  Trackliste

Musiker, Models, Künstler, Psychos: MORA PROKAZA aus Weißrussland. Dabei haben sie 2015 mit gutem, klassischem Black Metal begonnen, was nun der Vergangenheit angehört. Mit der Innovation ist das bei manchen anderen Schwarzmetallern dann so eine Sache: Entweder springen sie einfach wieder in den Teufelskreis ( - der war gut, was?!) und mischen Death Metal-Elemente rein, oder sie pumpen alles Mögliche an Fremdmaterial hinein, bis es kaum mehr Berührungspunkte zu den Wurzen hat und aufgesetzt wirkt.

MORA PROKAZA machen es anders: Sie verwandeln sich über Nacht zu potentiellen Megastars. Vergammelte Fashion Victims machen jetzt (Unter-)Weltmusik - alles wird über Bord geworfen, was schon einmal da gewesen ist, nur die Härte nicht. Die Musikvideos sind Avantgarde, die Screams sind brutal guttural, aber mit Parkinson-Rap versetzt. Straßenpunk, Provokation, Humor, Melodie kommt aus dem Maschinengewehr. Terrorizer Mukke, damit im Jahr 2020 die Mutter, die in ihrer Jugend selbst jeden Spaß mitgemacht hat, endlich wieder um ihren Sohn fürchten muss.

"WIMG" ist wie die mit Trip Hop versetzte schwarze Pest zum Einstieg von "By Chance": Bisschen Hundegebell aus´m Rachen ist gut für Herz und Seele.

"I´m Not Yours" ist das Highlight für euren diese CD beurteilenden Stormbringer-Redakteur. Monolog des Wahnsinns leitet das Meisterwerk ein und dann geht es hinter die Gartenhütte, rumrotzen und Lehrer beschimpfen - oder so. Die Lyrics erzählen zwar eine andere schaurigschöne Geschichte, aber ihr wisst, was ich meine.

"Check It" ist Mumble Metal im französischen Café. Schön am Baguette rumbeißen und headbangen, während sich die Melodie wie eine Schlinge um den Hals legt. Künstlerisch und authentisch.

"I´m A Human" kommt am ehesten an klassischen Black Metal heran, nach etwa einer Minute wird es sogar noch bedrohlicher und härter.

"I See It This Way" ist ein weiteres fremdartiges Werk, das den Hörer gefangen nimmt. Langsam und kriechend, wie Critters, die sich unter der Erde bewegen und auf Opfer warten. Sehr geil.

"Be There" ist ein Verbrennungsmotor, der mit giftigem Rauch erstickt.

"Sorry Man" schreitet ungehindert stabil nach vorne.

Und zum Abschluss gibt es ein Wiederhören mit dem Meisterwerk "Blacker Than Black", das bereits auf dem Vorgänger enthalten war und selbst im härtesten Black Metal Sektor nur noch verbrannte Erde hinterließ.

MORA PROKAZA sind die echten Dandys der Nacht. Das Beste, was der harten Szene noch passieren konnte.

Friss oder stirb!



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Daniel Hadrovic (23.07.2020)

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