WITCHKISS - Transformation

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VÖ: 01.05.2020
Bandinfo: WITCHKISS
Genre: Doom Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Amerikanischer Sludge/Doom ist für mich ja immer einen Hördurchgang wert und da ich von WITCHKISS bereits das eher düstere, sludgelastige und eingängige 2018er Album "The Austere Curtains Of Our Eyes" kenne, hab ich mir die aktuellste WITCHKISS-Veröffentlichung "Transformation" gleich mal unter den Nagel gerissen - es handelt sich hierbei um eine 2-Song-EP mit nur 14 Minuten Gesamtspielzeit. Nachdem 2018er Album habe ich ein sludgelastiges Release erwartet, stilistisch geht es aber auf der EP in eine ganz andere Richtung.

Der erste gut zehnminütige Track "Splitting Teeth" hat ein sehr ruhiges atmosphärisches Intro und erinnert mich von Stil her sogar etwas an so manche nordamerikanische Atmospheric Black Metal Band, man braucht aber nicht lange, also ca. zwei Minuten, warten und typisches Doom-Riffing übernimmt das Kommando. Der mystisch-rituell anmutende Frauengesang hat mich an dieser Stelle etwas überrascht, ich hatte doch mit etwas deftigerer Kost gerechnet. Aber was nicht ist kann ja noch werden, dachte ich mir zumindest. Etwas später beginnt das Ganze dann nochmal von vorne, diesmal kommen aber nach dem atmosphärischen Part zu den einsetzenden schweren Riffs bereits Growls und Screams zum Klargesang. Insgesamt wirkt das ganze aber recht belanglos, eher wie ein sehr lange dauerndes Intro. Das wäre an sich ja nicht untypisch in diesem Genre, aber auch das Break nach etwa sieben Minuten und die darauffolgenden schweren Riffs sind nur ein sehr kurzer Lichtblick, die Vocals sind eher wispernd und gehaucht und wieder verliert sich der grundsätzlich gute Moment in der Belanglosigkeit. Es gibt eigentlich kein wirkliches Highlight, nicht mal das Lead-Riff bleibt wirklich hängen, für mich fehlt es hier definitiv an Härte und auch an der Abwechslung. Ich finde es viel zu lieblich und weichgespült, fast schon allgemein tauglich.

Leider reißt auch der zweite Titel "Bleeding Heart" die Veröffentlichung nicht raus. Hierbei handelt es sich um ein gut vierminütiges Akustik-Stück mit naturgemäß noch weniger "Wumms" als es bei der ersten Nummer der Fall ist.

Die EP könnte ich mir vielleicht für einen melancholisch-depressiven Moment mit einem Glas Rotwein beim Sonnenuntergang grade noch vorstellen, das würde auch von der Spieldauer her recht gut passen. Ansonsten macht es mich tatsächlich eher schläfrig. Das eingangs erwähnte Album "The Austere Curtains Of Our Eyes" ist für mich wesentlich interessanter als dieses Release und ich hoffe mit "Transformation" ist nicht gemeint, dass sich WITCHKISS in diese stilistische Richtung transformieren wollen. Als Exkurs wäre es gerade noch verzeihlich. Von mir gibts hierfür aber keine Empfehlung.



Bewertung: 2.0 / 5.0
Autor: Marlene Krempl (28.06.2020)

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