MY HEAVY MEMORY - Clarity

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VÖ: 17.07.2020
Bandinfo: MY HEAVY MEMORY
Genre: Hard Rock
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Über die Band, die seit einiger Zeit ihre Runden in der Sezier-Anlage des Stormbringer-Lofts dreht, gab es bisher noch nicht allzu viel zu berichten. MY HEAVY MEMORY kommen aus dem sonnigen Kalifornien, setzen sich eigenen Angaben zufolge aus Metal-Veteranen rund um die legendäre Bay Area, die schon für Gott und die Welt Shows eröffnet haben, zusammen und veröffentlichten im Jahr 2013 ihre erste EP. Da man auf Facebook augenzwinkernd ankündigt, die Weltherrschaft anzustreben, gab man sich damit nicht zufrieden und so erblickt dieser Tage das erste richtige Album das Licht der Metalwelt.

Nun ja, also Album... angesichts der doch etwas bescheidenen Laufzeit von knapp über 33 Minuten bin ich eher geneigt, "Clarity" als etwas großzügiger bestückte EP zu bezeichnen, aber es sind ja bekanntlich die inneren Werte, die zählen. Wo viel Licht ist, ist viel Schatten - diese alte Weisheit trifft auch auf MHM zu. Einerseits legen die Jungs mit "Truth In Lies" (Watzlawick hätte mit diesem Titel seine helle Freude!) richtig stark los. Melodischer Hardrock, traditionell in den Achtziger Jahren verwurzelt, jedoch alles andere als altbacken, mit einem guten Drive. Für die Weltherrschaft wirds noch zu wenig sein, aber für geballte Metalfäuste beim nächsten Gig sollte es allemal reichen. Obwohl MY HEAVY MEMORY vom Songwriting noch zu limitiert sind um wirklich zwingend und spannend zu sein, blitzen immer wieder starke Momente hervor. Mit "Council Fire" stellt die Band beispielsweise unter Beweis, dass sie bei den alten LED ZEPPELIN Sachen sehr genau hingehört hat. Weitere Einflüsse scheinen im typischen US-Power Metal und teilweise auch in doomigen Gefilden zu liegen.

Trotz einiger starken Momente dominiert bei MY HEAVY MEMORY noch die Einfallslosigkeit. Dass den Songs jeder Spannungsbogen fehlt, zieht sich wie ein roter Faden durchs Album. Bei praktisch jedem Song hat man den Eindruck, dass er einfach irgendwo endet, weil den Jungs nichts mehr eingefallen ist und sie keine Lust mehr hatten, daran zu arbeiten. Und um einfach schnörkellose Songs rauszuknallen, wie es ansatzweise beim bereits genannten Opener gelungen ist, fehlt der Band einfach noch die Durchschlagskraft. Die Weltherrschaft beschränkt sich damit erstmal auf den Radius von Gramatneusiedl. Mal sehen was die Zukunft bringt.

 



Bewertung: 2.0 / 5.0
Autor: adl (10.07.2020)

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