DEVIL WITH NO NAME - Devil With No Name

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VÖ: 22.05.2020
Bandinfo: DEVIL WITH NO NAME
Genre: Black Metal
Label: New Density
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

DEVIL WITH NO NAME (DWNN) (geiler Name!) sind eine recht frische Schwarzwurzel-Combo, die Andrew Markuszewski (LORD MANTIS), Michał Juśko (SOVEREIGN) und Cody Stein (VOID OMNIA) eine Spielwiese abseits ihrer Hauptbands bietet. Aber keine Sorge, wir haben es hier nicht mit einer neuen Supergroup zu tun, da die Hauptbeschäftigungsfelder der drei Herren allesamt doch eher dem Underground angehören. So gesehen enstehen keine überbordenden Erwartungen, die eventuell enttäuscht werden können. Außerdem ist die musikalische Ausrichtung von DEVIL WITH NO NAME (wirklich ein geiler Name!) eine doch gänzlich andere, als die der oben genannten Bands. 

Bei dem eigenbetitelten Werk handelt es sich um die Debüt-EP des Arizona-Trios, das von DEVIL WITH NO NAME selbst produziert wurde. Musikalisch tönt der Sound (übereinstimmend mit der Meinung eines geschätzten Kollegen) doch recht schwedisch aus Boxen. Soll heißen, wer den Mid- und und gemäßigten Uptemo-Nummern von MARDUK aus der "Frontschwein"-Phase etwas abgewinnen kann, dem werden auch DEVIL WITH NO NAME knapp 20 Minuten lang Gefühle der musikalischen Beglückung in den schwarzen Klumpen zaubern, die einst einmal ein Herz gewesen ist. Und auch an WATAIN fühlt man sich zuweilen ein wenig erinnert. Zudem gelingt es DWNN wie nur wenigen Bands, eine Atmosphäre epischer Monotonie zu kreieren, obwohl die Stücke allesamt eher eine kurze Spielzeit haben - eine Technik, die vor allem die deutschen ENDSTILLE perfektioniert haben.

Auch wenn die Musikalität der EP skandinavisch anmutet, ist es das erklärte Ziel von Andrew Markuszewski, dem kreativen Kopf der Band, zu beweisen, dass Black Metal auch abseits von Themen wie Schnee, Eis und der Dunkelheit des europäischen Nordens funktionieren kann. Als Inspiration für DEVIL WITH NO NAME dienen daher die rauhe, karge Landschaft Arizonas mit seinen glühend heißen Wüsten. Pate für den Bandnamen stand Sergio Leones Dollar-Trilogie, in der Clint Eastwood den Mann ohne Namen verkörpert.

 

Fazit:

Ob nun kalter Norden, oder heißer Südwesten, musikalisch können DEVIL WITH NO NAME überzeugen. Das Format einer Vier-Track-EP hat natürlich den unbestrittenen Vorteil, dass die Chance von Längen oder Eintönigkeit gegen Null tendiert. Doch die Qualität der vier Stücke läßt vermuten, dass die drei Teufel ohne Namen auch einen kompletten Longplayer ohne nennenswerte Abstriche auf die Reihe bekommen werden. Appetit auf mehr macht das Debüt allemal.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (21.05.2020)

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