MILAN POLAK - Can’t Please Everyone

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VÖ: 10.05.2020
Bandinfo: MILAN POLAK
Genre: Rock
Label: Lion Music
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Lineup  |  Trackliste

MILAN POLAK – klingt ausländisch, ist es aber nicht. Das kommt nämlich ziemlich nahe ran an eine österreichische Band. Bis auf wenige Ausnahmen halt, im konkreten Fall vor allem die Schlagzeuger. Milan Polak, ein Multitalent, übernahm bei seinem neuesten Werk „Can’t Please Everyone“ wieder Gesang, Synthie und bis auf wenige Gastauftritte von alten Musikfreunden alle Saiteninstrumente - es gibt zum Beispiel einen Gasteinsatz von Billy Sheehan oder Tony Franklin. Bei den Schlagzeugern wechseln sich Drummer wie Thomas Lang oder Dennis Leeflang ab.

Endergebnis ist ein Rock-Album, das ohne Schnickschnack ist und vor allem mit den Basics punktet. Es klingt am klassischen Rock orientiert, aber ist angereichert mit Milans Faible für Abwechslung in jedem einzelnen Stück. Dass er damit seinen eigenen Weg geht, der nicht jedermann gefällt, nimmt er schon mit dem Songtitel "Can't Please Everyone" vorweg.

Unterm Strich ist das neue Werk ganz okay, aber überwiegend entsteht ein Eindruck: „zach”. Mister Polak beherrscht die Instrumente, das zeigt er, indem viel mehr gespielt als gesungen wird. Aber in Summe ist das Gespielte Durchschnitt. Es hätten einige Songs Potenzial, aber irgendwie klingt es immer zurückhaltend und gebremst. Zum Beispiel der Titeltrack, wenn da noch ein wenig aufpoliert worden wäre, wäre das ein klasse Song. Großteils ist er gut, aber dann zieht es sich wieder.

Das Album ist am ehesten einzustufen als „musikalisch wertvoll, weil Rock aus Österreich“. Aber insgesamt haut mich die Scheibe nicht vom Hocker, das ist altbackener Durchschnitt-Rock mit einem Metal-Touch. Es hat zu wenig Blues, um als „bluesig“ durchzugehen, zu wenig Biss um als „Metal“ zu rangieren, zu wenig Mitsing/-klatsch Nummern, um als Stadionrock zu punkten.
Recht gut klingt es, wenn es mainstreamlastig wird, also Richtung Hard Rock wie bei „Savior“. Das klingt dann schon nach was, nur wird dieses schöne Stück wieder von einem – für meinen Geschmack – nicht passenden Refrain zerstört, der zu aggressiv und unmelodiös für diesen Song ist.

Mit der Zeit läuft sich MILAN POLAK aber warm. Bei „No One Else“ wird ein knackiges Riff geliefert und der Song erinnert ein wenig an die 80er und lässt hie und da Metal Klänge hören. Detto bei „Father“, das mit dem nächsten härteren Einstiegsriff punktet sowie einer gut gesetzten kurzen Gitarrensolo-Sequenz bevor der Gesang los geht. Dann bleibt die Nummer recht rhythmisch, zeigt aber auch den für Milan typischen Wechsel von härter orientierten Riffs und langsameren/softeren Melodien und Sounds. Hier kommt das Gitarrensolo auch sehr gut weg. 

Der Rest der Songs bewegt sich dann wieder ein wenig von diesem Niveau weg. Unterm Strich ist leider kein Stück dabei, wo ich mir denke, das hat das gewisse Etwas, das fällt mir besonders auf oder haut mich um. Irgendwie Schade, weil man hätte da mit ein wenig Feinschliff in modernere Richtung oder aber auch mit weniger Wechseln mehr haben können.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Lady Cat (30.05.2020)

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