ASKING ALEXANDRIA - Like A House On Fire

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VÖ: 15.05.2020
Bandinfo: ASKING ALEXANDRIA
Genre: Metal
Label: Sumerian Records
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Lineup  |  Trackliste

Falls ihr mit der Erwartungshaltung an diese Rezension herantretet, die Wiederauferstehung ASKING ALEXANDRIAS zu begutachten, so seid ihr falsch. Wiederauferstehung meint die Rückkehr zum härteren Sound der ersten drei, vier Alben. "Like A House On Fire" hat mit den Singles schon deutlich gemacht, dass AA den Sound ihres letzten Werks weiterverfolgen und wohl keine härteren Gefilde mehr betreten werden. Ich persönlich glaube, dass ASKING ALEXANDRIA Danny Worsnop auch nur zu einer Rückkehr bewegen konnten, wenn sie sich stilistisch in eine andere Richtung bewegen, zumal eben jener Danny Worsnop seine Stimmbänder aufgrund seiner Vergangenheit bei der Band ordentlich zerfetzt hat. Wer die letzten Konzerte vor seinem Ausstieg begutachtet hat, der wird festgestellt haben, dass von seinen Screaming-Fähigkeiten nicht mehr viel übriggeblieben ist. Noch dazu hat er immer wieder betont, dass diese Art von Musik gar nicht wirklich seine Präferenz verkörpert.

Alles für die Stagnation?
Die Jungs holen uns direkt mal mit dem Titeltrack ins Boot, der gerade zu Beginn viel Atmosphäre streut, um folglich einen durchaus begeisternden Groove anzusteuern. Die Strophen präsentieren sich ruhig, fast schon poppig, doch nach dem letzten Werk und der bereits bekannten Singles überrascht dies nicht. Zumindest vermögen es AA, eine starke Hook zu schreiben, die einprägsam ist und hängen bleibt. Ansonsten fehlt natürlich ein stückweit eine Art Erkennungsmerkmal, da sich der Sound in keinster Weise vom Selftitled Werk abhebt. "They Don't Want What We Want" erinnert vom Riffing her schon fast eher an Southern Rock wie ihn z.B. BLACK STONE CHERRY praktizieren und auch die sonstige Herangehensweise ordnet sich dem genannten Genre größtenteils unter. Stadion Rock löst Härte und Innovation ab, obgleich der Catchiness-Faktor auch hier hoch bleibt. Die besonderen Kniffe oder Alleinstellungsmerkmale lassen auf sich warten. Mit "I Don't Need You" gibt es diesmal sogar eine Pop-Ballade, in der sich eine Dame zu Danny Worsnop gesellt, wobei ich bis hierhin leider nicht rausfinden konnte, um wen es sich handelt. Die Nummer folgt Schema-F und verweilt in Gefilden, die null Spielwitz aufkommen lassen. Der Song plätschert so vor sich hin und biedert sich mit aufgezwungenen "Emotionen" an, die mich nicht zu erreichen wissen. "All Due Respect" möchte den Rahmen ebenfalls nicht sprengen und stellt mich vor ein Problem. Wo grenzen sich die Songs untereinander noch voneinander ab? Jede Nummer beginnt ruhig, wird von poppigen, leise vorgetragenen Strophen dominiert und gipfelt in einem explosionsartigem Chorus, der zwar wie so oft Ohrwurmpotenzial hat, seinen Vorgängern aber nichts voraus hat. "One Turns To None" gewinnt endlich mal mehr an Dynamik und grenzt sich dadurch etwas vom Rest ab. Gerade der Doppel-Chorus macht was her, der nach der zweiten Strophe präsentiert wird. "Give You Up" ist der Versuch, die elektronischen Gefilde von BRING ME THE HORIZONs letzter Platte zu betreten, doch wo ich bei BMTH zumindest viel Spielfreude und Mut zu etwas Neuem erkenne, ist das hier Einheitsbrei, der (und ich schreibe es zum 1000. Mal) für kurzweilige Unterhaltung sorgt, mehr aber eben auch nicht.

Von jetzt an nur noch bergab?
Es muss die Frage erlaubt sein, ob ASKING ALEXANDRIA bald in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden drohen, denn auch wenn ich dem Selftitled Album durchaus viel abgewinnen konnte, so fehlt bei "Like A House On Fire" der Mehrwert, denn es grenzt sich in keinster Weise vom letzten Album ab. Es unternimmt nicht mal im Ansatz auch nur den Versuch, Experimente zu vollziehen, sondern verbleibt vom ersten bis zum letzten Song in seiner geschlossenen Schublade. Mir persönlich ist es vollkommen egal, ob es kaum bis gar keine Screams gibt oder ob der Sound an sich bedeutend weicher geworden ist, aber gerade dann wünsche ich mir im künstlerischen Schaffen mehr Mut oder das mal ein Wagnis eingegangen wird. BMTH haben das mit den letzten zwei Alben getan, durchaus viel hate geerntet, von mir aber massiv viel Anerkennung auf der anderen Seite. AA verblassen so langsam und überzeugen mich allerhöchstens mit einem grandiosen Artwork...



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Sonata (18.05.2020)

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