SHOK PARIS - Full Metal Jacket

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VÖ: 29.05.2020
Bandinfo: SHOK PARIS
Genre: Heavy Metal
Label: No Remorse Records
Lineup  |  Trackliste

Wow! 31 Jahre sind schon eine verdammt lange Zeit. 1989 - soweit zurück liegt das letzte Studioalbum von SHOK PARIS, eine Scheibe, die damals nicht den erhofften Erfolg für die Band brachte, sondern die vielmehr dafür sorgte, dass die Band für lange Zeit in der Versenkung verschwand. Dabei zeigten nach dem zweiten Output "Steel and Starlight" (1987) mit dem überragenden Titeltrack für SHOK PARIS eigentlich alle Daumen nach oben. Aber der Nachfolger "Concrete Killers" konnte die hohen Erwartungen leider nicht erfüllen, und bereits kurze Zeit später löste die Band sich auf. Doch Totgeglaubte leben bekanntlich länger. Nachdem man zuvor schon diverse Live-Auftritte absolvierte, kam es 2009 zur Reunion, und jetzt, 2020 haben SHOK PARIS tatsächlich noch mal ein neues Langeisen am Start.

Also Grund zum Jubilieren für alle Fans des traditionellen US Metals? Liefern die Amis nach CIRITH UNGOL das zweite große Spätwerk des Jahres ab? Nun, "Full Metal Jacket" bietet viel Licht, aber auch einiges an Schatten.

Das Eröffnungstrio, bestehend aus dem Titelsong, "Nature Of The Beast" und "Do Or Die" starten gleich richtig durch. Drei Mal volle Power, treibende Rhythmen, geile Hooks und coole Riffs, dazu wirklich schmissige Refrains. In diese Kategorie fallen ebenfalls noch die beiden Video-Singles "Black Boots" und "Hell Day". Und auch das herrlich 80s-alike nach vorn galoppierende "Fall From Grace" kann man auf der Habenseite verbuchen. Klanglich schimmern immer mal wieder JUDAS PRIEST und gelegentlich auch KING DIAMOND durch die ansonsten sehr eigenständigen Tracks.

Stücke wie "Metal On Metal" (kein ANVIL Cover!) oder "Brothers In Arms" (kein DIRE STRAITS-Cover! - der 70-er Jahrgang) und "Those Eyes" vermögen auch nach dem x-ten Durchlauf nicht richtig zu zünden. Zu belanglos plätschern diese Tracks vor sich hin und fallen gegenüber den weiter oben genannten Songs doch deutlich ab. Und auch der Bonus-Titel "Up The Hammers" ist keine wirkliche Offenbarung. Instrumental absolut top, bricht der fast schon disharmonische Gesang dem Longtrack regelrecht das Genick. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Entstehung von "Full Metal Jacket" dann doch auch schon wieder sechs Jahre in Anspruch genommen hat. Beim Hören hat man das Gefühl, dass die Qualitätsunterschiede eher abschnitts- als trackweise auftreten.

Der Sound ist gut, könnte allerdings eine Schippe mehr Druck vertragen.

 

Fazit:

Die Vorfreude war groß. Jedoch können SHOK PARIS mit ihrem Comeback-Album nicht in allen Belangen voll überzeugen. Die Qualität der zwölf Stücke ist durchwachsen, wobei die guten Songs überwiegen. Fans der Band können zugreifen, allen anderen sei ein vorheriges Probehören von "Full Metal Jacket" empfohlen.

 

 

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (27.05.2020)

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