FATUM AETERNUM - Singing Songs Of Desperation

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VÖ: 03.05.2020
Bandinfo: FATUM AETERNUM
Genre: Goth Rock
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Irgendwie lieben wir sie doch, die Israelis von FATUM AETERNUM, die sich seit vielen, vielen Jahren talentlos, jedoch äußerst unterhaltsam (gut, auch schmerzhaft) durch eine krude Mischung aus diversen Genres auszeichnen. Fast dachten wir nach dem 2018er-Verbrechen "Mass Suicide Of The Human Race", das Katastrophenjahr 2020 würde uns zumindest in dieser Hinsicht verschonen, doch nein: „Singing Songs Of Desperation“ läuft im Reviewhafen ein.

Der Titel des Openers, „Depression“, erläutert, beziehungsweise vertont auf verstörende Weise das „Gesamtkunstwerk“ FATUM AETERNUM. Es wird sich im Verlaufe der EP tiefschürfende Verzweiflung für den Hörer auftun, von der man eine erste Ahnung bekommt, sobald die Vocals einsetzen. Die bisweilen etwas schräg dahinfiedelnden Geigenklänge wären noch nicht das Schlimmste, kommt doch „Prepare For War“ mit dem wahrscheinlich unterirdischsten Refrain daher, den das Genre überhaupt hergibt. Dermaßen viele „Ohoh“ rund um ein dergestalt apokalyptisches Motiv zu basteln ist schon... ja, was eigentlich?

Die Linie der Geige in N.I.F. zu folgen erweist sich als Sisyphus-Arbeit. Den zwischen „Beauty And The Beast“-Schema, sonorer Bass-Imitation und Sopran-Anfällen eiernden Gesängen ebenso – im heimatlichen Gläserschrank klirrt derweil das gute Kristall, sodass man sicherheitshalber die Kopfhörer zur Schallübertragung wählt. Der fellige Mitbewohner hat zwischenzeitlich die Flucht ergriffen und versteckt sich im redaktionellen Keller unter den Foltergeräten. Das ist wie es aussieht sicherer.

„Chemicals Of Loneliness“ versucht sich an Atmosphäre, bleibt aber glücklicherweise einfach unauffällig. Ganz anders „Would“, das jegliche Ideen egal welchen Genres in den Mixer wirft und gehörig durcheinander wirbelt. Auch Autotune vermag die Gesangslinien nicht mehr zu retten, genauso wenig wie die konsequent gegeneinander arbeitenden Gitarre und Geige.

In „Toy“ schaffen es FATUM AETERNUM doch tatsächlich ihre eigene Variante von Gesangsharmonien zu erschaffen – das folgende Nu-Metal-Intermezzo beißt sich jedoch dergestalt heftig mit den Gothic-Anleihen und der recht eigenständig dahinleiernden Violine, ehe zunächst Powermetal und später auch noch hechelndes Growling ins Spiel kommen – die Tore zu den progressiven Höllen sind aufgestoßen und lassen sich nicht mehr schließen.

Wenn die Büchse der Pandora erst eröffnet ist, so lässt sie sich nicht mehr schließen. FATUM AETERNUM haben sich fraglich sowohl musikalisch als auch produktionstechnisch ein wenig verbessert (von sehr schmerzhaft zu nicht mehr ganz so schmerzhaft) – vom Attribut „gut“ sind die beiden Israelis aber noch weit entfernt. Was ihnen an Talent fehlt, machen sie dafür mit einer Extraportion Motivation wett. Davor kann man nur den Hut ziehen und sie dafür irgendwie sympathisch finden – so lange man sich „Singing Songs Of Desperation“ nicht zu oft anhören muss.

 

 



Bewertung: 2.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (13.05.2020)

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