FRUST - The Advent of Adhara

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VÖ: 20.05.2020
Bandinfo: FRUST
Genre: Post-Metal
Label: Records DK
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Lineup  |  Trackliste

FRUST bescherten uns bereits im Vorjahr mit ihrem ersten Vollrund „Recurring Dreams“ eine traumhafte musikalische Reise zwischen experimentellen, teils schwarz- und post-metallischen, bisweilen sogar doomigen Klangwelten. Konnte das erste Album des Soloprojekts von Mario Steiner den Rezensenten bereits vollumfänglich für sich gewinnen, so bemüht sich auch das nun folgende„The Advent Of Adhara“ mit Vehemenz und kompositorischem Geschick um die Gunst des Hörers.

Die größte „Kritik“ des Albums gleich einmal zu Beginn: die auch hier in vollständiger Eigenregie von Mario Steiner zusammengestellte Produktion ist leider weiterhin entsprechend flach und hallig im Mix, vor allem in den breitwandiger orientierten Passagen, in denen die flächigen Gitarren mit den Drumsounds (speziell der Becken (und der Bassdrums... - der Hörer)) kollidieren. Das ist insofern schade, da gerade das höchst spannende, schlüssige und doch experimentelle Songwriting das Zeug dazu hätte, diesem Projekt ein deutlich größeres Publikum zu bescheren. Mit entsprechender Produktion könnte FRUST locker auch auf internationaler Ebene mitspielen. Nebst diesem Kritikpunkt der einer vom Rezensenten sehnlichst gewünschten höheren Wertung im Wege steht, lohnt sich eine Expedition in die Klangwelten von FRUST jedoch allemal.

Denn gleich nach dem Intro erwarten den Hörer wunderschöne Post-Black-Gitarrenwände im dazu passend betitelten „Frozen Sun“ - das stark im Hintergrund gehaltene Gekeife wirkt dabei mehr wie ein musikalisches Stilmittel, denn tatsächliche Vocals. Ebenfalls an elegisch-finsteren Gestaden wandelt “My Final Day May Never Come“, das vor allem durch seine einnehmend-monotone Gesangslinie Gänsehautatmopshäre zu verbreiten vermag. Im eher post-metallischen „Alone“ kommt gegen Ende die bereits vom Vorgänger bekannte elfenhafte Frauenstimme prägnant hervor, während der Titeltrack „The Advent Of Adhara“ mit ähnlichen Gesangslinien wieder in atmosphärischen Bereichen fischt, ehe eine knarzig-doomende Bridge einen spannenden Kontrast zu dem fließenden Post-Metal-Stück setzt.

„The Feast“ fällt mit unfassbar rohem, bösartigem Bass-Lead oberflächlich gesehen komplett aus dem Konzept des Albums, entwickelt aber durch seine reduziert im tiefsten Doom-Sumpf dahinknarzende Simplifikation sehr dichte Atmosphäre, ehe dann „Disbelief“ sanft die Brücke zurück vom knarrenden Gitarrenkeller zu flächigen Rifftürmen schlägt. In „On The Last Day“ tut sich zwischen sachten, atmosphärischen Klangwelten mit fast poppigem Anklang und harschen Eruptionen ein Duett der männlichen und weiblichen Vocals hervor, das auf spannende Weise mit Dissonanz spielt, die sich im Kontext des melancholischen Songs zu einer markigen Harmonie verbindet.

„Forever In My Mind“ holt noch einmal die ein wenig doomiger angehauchte Seite von FRUST vor den Vorhang und kreiert zwischen heiser-bedrückendem Gesang und sanften Gitarrenklängen ein eher verstörende Grundstimmung, bevor „Verfall Pt.2“ die Brücke zurück zum Vorgänger-Album schlägt, das den ersten Teil dieses übergreifenden Werkes enthält. Die elegisch-(post-)schwarzmetallischen Klänge mit Orchestereinschüben gegen Ende runden „The Advent Of Adhara“ gekonnt ab.

Was wäre, wenn FRUST eine richtig geile Produktion am Start hätten? Dann würde „The Advent Of Adhara“ vermutlich ein richtig derbes Gewitter in der experimentell-progressiven Szene provozieren -  so bleibt das Scheibchen eben nur knapp überdurchschnittlich. Aber was nicht ist, das kann ja bekanntlich noch werden!

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (16.05.2020)

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