IRAE - Lurking In The Depths

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VÖ: 26.06.2020
Bandinfo: IRAE
Genre: Black Metal
Label: Signal Rex
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Lineup  |  Trackliste

Vorweg, das Foto auf der FB-Niederlassung von IRAE ist next-level-necro! Da kann kein unterernährter Nordländer in einer Julbaumschonung (oder wie das heißt) mithalten. Selbst Varg, was immer er auch grad macht (sich fortpflanzen ist ein heißer Tipp) kann das nicht überbieten, Fenriz nicht mal aus der Entfernung betrachten, Abbath höchstens knapp davor stolpern. Portugal ist das neue Norwegen. Lissabon das neue Oslo, die Algarve die neue Telemark und Vulturius der neue Endgegner.

Ich befinde mich seit geraumer Zeit auf der Suche nach für mich starken Black Metal-Veröffentlichungen. Das hat sich als nicht einfach herausgestellt. Mein Black Metal muss den Kieferknochen zerbersten, muss ins Fleisch schneiden, muss flächig episch und rasend kalt sein. Eine brauchbare Produktion kann nicht schaden und zumindest ein Anfängerkurs in Sachen Songwriting würde auch nicht schaden. Die Gitarren müssen brachial sein wie bei MAYHEM auf ihrer 2017-er Tour, Soundscapes erzeugen wie bei FORTERESSE, das Schlagzeug präzise gespielt und der Gesang geeignet sein, um jedem Pfarrer vom Glauben abfallen zu lassen und die heilige Jungfrau zu schänden. Ein wenig Liveausstrahlung und schon ist Hr. Wiederwald zufrieden.

Ist das zu viel verlangt?

Schaut leider so aus. IRAE, die Ein-Mann-Horde aus dem Wurmfortsatz Europas reiht sich ein in die Desaster, die mich seit Monaten verfolgen. Gemäß Promowisch ist das fünfte Album von IRAE natürlich "highly anticipated" und wird in allen Formaten ausser einer mit Keilschrift bemalten Tontafel veröffentlicht. 

Was sofort auffällt, ist das erstaunlich kompetente Schlagzeugspiel. Damit hätte ich nicht gerechnet. Der Sound der Drums ist auch amtlich. Auch ist das Album erstaunlich abwechslungsreich, gut, eher einigermaßen abwechslungsreich und zaubert die eine oder andere starke Sequenz aus der Gruft of eternal Algarve. 

Nicht gut ist der restliche Sound und ich meine hier nicht, dass er "evil" schlecht wäre, er ist einfach nur matschig und bis aufs Unverständliche verhallt. Das Schlagzeug steht recht weit vorne im Mix. Das sorgt dafür, dass man sehr oft die Gitarren einfach gar nicht mehr hört, respektive nur mehr als Frequenz im fernen Hintergrund wahrnimmt. Man höre sich "A Blaze In The Mist" an, das Ding ist einfach nicht heavy, es klingt, als ob Vulturius eine Bontempi Heimorgel die Gitarrenparts übernehmen ließ.

Gesanglich ist das auch nicht der Zuckerguss auf dem Anus des Gehörnten und insgesamt muss man dem Songwriting vorwerfen, ein nicht gerade vor Ideen sprudelndes zu sein. Vor allem die Midtempoparts sind richtiggehend öde. Und leider dominieren diese das Album. Wenn es dann doch mal zügiger vonstatten geht, ist "Lurking In The Depths" beinahe gut. Aber, das kommt nicht allzu oft vor.

Wir resümieren: Leider wieder nix mit einem neuen Genreprimus. Insgesamt ein deutlich unterdurchschnittliches Album, welches wohl nur von engsten Verwandten und Freunden erstanden werden wird. 

Ich verstehe wirklich nicht, warum man so etwas veröffentlichen muss...

 

 

 

 



Bewertung: 1.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (21.06.2020)

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